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Vereine Wie retten die Deutschen?
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19:34 21.02.2020
Besonderes Interesse zeigten die russischen Gäste an der Ausstattung des Rettungswagens, der ihnen vorgestellt wurde.
Besonderes Interesse zeigten die russischen Gäste an der Ausstattung des Rettungswagens, der ihnen vorgestellt wurde. Quelle: Anke Schlicht
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Celle

„Wieso wird bei uns nicht an die Menschen gedacht?“, fragte der junge Medizinstudent aus der östlichsten Stadt Europas. Sie liegt in Russland, heißt Perm und gehört zur gleichnamigen Verwaltungsregion westlich des Uralgebirges. Mit dieser unterhält Niedersachsen eine Partnerschaft, und in deren Rahmen waren 17 Studenten und Dozenten der Staatlichen Medizinischen Universität für ein einwöchiges Seminar nach Celle in die Deutsche Management Akademie Niedersachsen gekommen. „Freiwilligenmanagement in medizinischen Hochschulen und im Gesundheitswesen – Erfahrungen in Deutschland“ lautete der Titel. Auch ein Besuch beim Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) stand dabei auf dem Programm. „Der Wunsch, hierher zu kommen, wurde von der Gruppe selbst geäußert“, berichtete die Organisatorin und Tutorin der Akademie, Brigitte Fischer. Das Rote Kreuz ist den Studenten ein Begriff, auch in Russland ist es eine feste Größe.

Verbindungen zum Allgemeinen Krankenhaus erläutert

Der Fachbereichsleiter für den Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Technik und Freiwilligendienste, Uwe Ammoneit, musste daher nichts Grundsätzliches erklären, sondern ging im theoretischen Teil direkt auf die Organisation des Rettungswesens in Deutschland ein und erläuterte die Verbindungen zum Allgemeinen Krankenhaus. Die Eingangsfrage, weshalb nicht ausreichend an die Helfer gedacht werde, war nur eine von vielen, die sich an das kurze Referat anschlossen, und bezog sich auf Ammoneits Ausführungen zu den Arbeitszeitregelungen für die Einsatzkräfte, die in Deutschland 48 Stunden einschließlich der Bereitschaftszeiten pro Woche nicht überschreiten dürfen. „In Perm sind 24 Stunden Ruhe und 24 Stunden Bereitschaft üblich“, berichtete der angehende Mediziner. Der DRK-Fachbereichsleiter sparte seinerseits nicht mit kritischen Anmerkungen zu speziell deutschen Regelungen hinsichtlich der präklinischen Versorgung: „In Deutschland ist man davon überzeugt, der Arzt muss zum Patienten kommen, und dann erst ins Krankenhaus. Einen wissenschaftlichen Beleg für die Überlegenheit dieses Vorgehens gibt es nicht. Die meisten Länder machen das nicht so“, sagt Ammoneit. Mittlerweile würden Notfallsanitäter so ausgebildet, dass sie in der Lage sind, einen großen Teil ärztlicher Versorgung und Erstmaßnahmen in eigener Verantwortung zu leisten, so dass ärztlicher Sachverstand konzentriert für schwerwiegende Notfallbehandlungen zur Verfügung stehe.

Interesse an Rettungswagen-Ausstattung

Die Präsentation des ausgewiesenen Experten stieß auf großes Interesse bei den Gästen. Welche Kriterien die Bewerber für den Freiwilligendienst denn erfüllen müssten, ob Frauen oder Männer bevorzugt würden und man auch Erfahrungen mit Leuten habe, die den Notruf wählten, ohne überhaupt in einer entsprechenden Situation zu sein, wollten die jungen Frauen und Männer wissen, bevor die wichtigste Frage – anders als die anderen auf Deutsch – gestellt wurde: „Dürfen wir das Auto gucken?“ Mark Baluev zeigte sich beeindruckt von der Ausstattung des Rettungswagens: „Die Deutschen haben eine gute Technologie, die hilft allen. Bei uns ist immer alles kaputt.“

Von Anke Schlicht

21.02.2020
21.02.2020
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