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Caritasverband Celle stellt Migrationsprojekt vor

12:03 13.07.2021
Mitarbeiterinnen der Caritasverbandes Celle haben ihr Migrationsprojekt vorgestellt.
Mitarbeiterinnen der Caritasverbandes Celle haben ihr Migrationsprojekt vorgestellt. Quelle: Marlies Petersen
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Celle

Alles Geschichte? Alles vergessen? Unter diesem Motto lud das Migrationsprojekt des Caritasverbandes Celle ein. Im Februar 2020 besuchte die kurdisch Frauengruppe zusammen mit den Mitarbeiterinnen der Caritas die Gedenkstätte Bergen-Belsen. Die Mitarbeiterinnen der Gedenkstätte, Dr. Leyla Ferman und Nicola Schlichting, gestalteten mit den Leiterinnen der Gruppe einen Workshop. Die Dokumentation dieses Workshops war das Thema der Veranstaltung.

Holocaust nicht gekannt und vorstellen können

Im Rahmen der Aktionswochen Vielfalt im Landkreis Celle wurde der Öffentlichkeit das Projekt vorgestellt. Die beteiligten Frauen sprachen über ihre Erfahrungen und das Publikum wurde einbezogen. Hadia H. und Leyla H. (die Namen sollen bewusst anonym bleiben) berichteten, dass sie die europäische Geschichte vorher nicht kannten und sich einen Holocaust nicht vorstellen konnten. „Wir Frauen in den Dörfern wurden nicht in die Schule geschickt. Über Politik, Verfolgung und Krieg sprachen die erwachsenen Männer nicht mit uns. Sicherlich wollten sie uns auch schützen vor dem Wissen von Leid und Tod.“ Marlies Petersen, Mitarbeiterin der Caritas, dazu: „Auch wir hier in Deutschland kennen die Sprachlosigkeit in unseren Familien nach dem Krieg. Eltern sprachen nicht mit den Kindern über die eigene Biografie.“ Herausfordernd war die gleichzeitige Auseinandersetzung mit dem früheren Leid der Opfer des Holocaust und der am eigenen Leib erlebten Verfolgung wie den Völkermord an den Eziden 2014 im Irak oder die Flucht aus dem Bürgerkriegsland Syrien..

Verbundenheit mit Trauernden gespürt

„Das wichtigste für uns an dem Besuch ist, dass wir mit Bergen-Belsen einen Ort gefunden haben, an dem wir der eigenen Verfolgung gedenken können. Hier spürten wir uns verbunden mit anderen Trauernden. Einen solchen Ort wünschen wir uns auch in unserer Heimat.“ Beide Frauen berichteten, dass sie mit ihren Verwandten und Freunden über den Holocaust sprachen. Sie konnten es kaum glauben, dass das in Europa passiert ist. Necla Berse bedankte sich bei den Mitarbeiterinnen der Gedenkstätte für die gut vorbereitete Arbeit.

Weitere Informationen erhältlich

Wer an der Ausstellung, weiteren Informationen der Methodik oder der Dokumentation interessiert ist, melde sich bei der Caritas unter E-Mail Petersen@caritas-celle.de.

Von Marlies Peterson

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