Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Vereine Leben und Werk von Marlis Straub vorgestellt
Mehr Vereine

Bibliotheksgesellschaft Celle veranstaltet Lesung mit Oskar Ansull

08:10 05.10.2021
In seiner Lesung hat Oskar Ansull sich mit den Werken von Marlis Straub befasst.
In seiner Lesung hat Oskar Ansull sich mit den Werken von Marlis Straub befasst. Quelle: Rainer Petzold
Anzeige
Gunter Thies

Die Bibliotheksgesellschaft Celle hatte zu einer Lesung mit Oskar Ansull eingeladen. Die gut besuchte Veranstaltung fand in der Galerie Dr. Jochim statt. Der in Celle wohlbekannte Autor Oskar Ansull war bei seinen Forschungen zur Literatur in der Region Celle auf die heute fast unbekannte Schriftstellerin Marlis Straub gestoßen. Diese wurde 1920 in Celle geboren, hat hier Kindheit und Jugend verbracht und ist 1986 in Frankfurt am Main gestorben. Ihr literarisches Werk umfasst fünf Romane. In seinem lebendigen, anschaulichen und kenntnisreichen Vortrag ist es Ansull gelungen, den Zuhörern einen Einblick in Leben und Werk von Marlis Straub zu vermitteln.

Lebensgeschichte im Mittelpunkt

Mitte der 50er Jahre erschien ihr erster Roman mit dem Titel „Wer nie in fremden Betten lag“. Er kam bei vielen Lesern gut an. Im Mittelpunkt steht die Lebensgeschichte einer Frau. Kindheit und Jugend, erste Liebe und Heirat in einer behüteten Kleinstadtwelt. Liebevolle Beschreibungen von Personen und Situationen unterhalten den Leser. Darstellungen von Konflikten werden ausgeklammert. Das im Hintergrund laufende Kriegsgeschehen ist nicht Gegenstand der Handlung. Zwei weitere Romane mit dem Titel „Himmelbetten sehr gefragt“ und „Liebe im Fahrpreis inbegriffen“ folgen und werden in den Zeitungen wie beispielsweise der Frankfurter Rundschau sehr gut aufgenommen.

Autorin auf Celler Stadtfriedhof beerdigt

Nach längerem Abstand erscheint „Insel der Kindheit“. Hier schildert die Autorin Milieu und Leben in Celle. Ein sehr genaues Bild der Beamten-, Juristen- und Militärstadt bis hin zum Turmbläser der Stadtkirche ist für jeden Ortskundigen erkennbar. Aber neu ist das Erwähnen des Themas
des sexuellen Missbrauchs, für diese Zeit ungewöhnlich. Mit „Mainpromenade“ wendet sich Straub ernsteren Themen zu. Ein kompliziertes Geflecht von zwischenmenschlichen Beziehungen wird in subtiler Weise geschildert. Auch dieser Roman erscheint im Verlag Langen Müller. Kurz danach starb die Autorin, sie wurde auf dem Celler Stadtfriedhof beerdigt, ihr Grab ist nicht mehr auffindbar.

Anhaltender Beifall für Oskar Ansull

Oskar Ansull stellte sich abschließend die Frage, welche Entwicklung das literarische Werk von Straub genommen hätte, und schlägt einen Bogen zu Theodor Fontane, der noch im Alter bedeutende Werke geschrieben hat. Die Zuhörer dankten Oskar Ansull mit anhaltendem Beifall.

Von Celle

05.10.2021
Vereine Stiftungsfest gefeiert - Hans-Erich Ahrens 60 Jahre dabei
05.10.2021
Vereine Workshops zu Hassparolen - Umgang mit Extremismus erlernt
04.10.2021