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Typen Obst-Aufkleber als Leidenschaft
Mehr Typen Obst-Aufkleber als Leidenschaft
13:56 13.06.2010
Zweittyp: Bernhard Schmidt
Zweittyp: Bernhard Schmidt Quelle: Torsten Volkmer
Lachendorf

„In meinem Zimmer stand eine hässliche, graue, alte Bürolampe, da kam meine Frau, die immer auf Gesundheit bedacht ist, auf die Idee, dass sechs, sieben Aufkleber von Obst und Gemüse auf den Blechlampenschirm geklebt werden könnten.“

Da sei ihm der Gedanke gekommen, es könnte sich lohnen, mehr Etiketten zu finden. „Das Sammeln macht Spaß, und die Aufkleber sind so schön bunt“, meint Schmidt. Schließlich gäbe es auch so viele alte Sorten.

„Immer, wenn meine Frau im Kaufhaus einkaufen ging, dann ging ich in die Obst- und Gemüseabteilung. Dann habe ich Aufkleber von frischem Obst und Gemüse abgemacht.“ Ein Büchlein mit Plastikeinlagen habe er immer dabei. Hier klebt der Rentner die Etiketten hinein. 7500 Aufkleber hat der leidenschaftliche Sammler mittlerweile in 13 Ordner geklebt.

Stolz verkündet er, dass sich bereits ein Fernsehsender für seine Sammelleidenschaft interessiert hat. Die unterschiedlichen Formen und Motive findet Schmidt besonders interessant. „Es gibt auch Aufkleber mit Comicfiguren, die findet man selten in Deutschland“, erzählt der Sammler.

Das Sammeln von postfrisch gestempelten Briefmarken hat Schmidt aufgegeben. „Jedes Jahr gibt es Sondermarken mit Zuschlägen. Das ist mir zu teuer.“

Positiv findet Schmidt, dass er mit anderen Sammlern von Etiketten in Kontakt kommt. Jahrelang fand er in einer amerikanischen Zeitschrift Internetadressen von Sammlern aus verschiedenen Ländern.

„70 Prozent von 7500 Aufklebern habe ich im Kopf“, meint Schmidt. Auf keinen Fall möchte er Etiketten doppelt haben. Allerdings sei er in letzter Zeit verärgert gewesen, weil er von einigen Partnern, mit denen er Aufkleber tauscht, keine Rückantwort bekommen hat.

Wenn er nicht gerade auf der Suche nach Aufklebern ist oder diese gerade in Ordner einsortiert, beschäftigt sich Schmidt auch gern in seinem Haus. „Ich bin handwerklich begabt, habe Parkettböden selbst verlegt und einen Teich mit Beleuchtung angelegt“, sagt der gelernte Industriekaufmann. Alles, womit er sich beschäftigt, müsse auch immer fertig werden. Denn „Ordnung muss sein“, lautet seine Devise.

Vor kurzem habe er mit der Ahnenforschung begonnen. Er habe sich dafür interessiert, zu wissen, wer in seiner Familie woher kommt.“ Die Linie gehe bis zu einem Urgroßonkel in Argentinien.

Der gebürtige Hallenser, der in Lüneburg und Isernhagen gewohnt hat und 40 Jahre in Groß Hehlen lebte, fühlt sich mit seiner Ehefrau wohl in dem 170 Quadratmeter großen Haus in Lachendorf.

Immer wieder im Blick hat Schmidt seine Sammelleidenschaft. Er hat sich vorgenommen, im Jahre 2009 im Anschluss an die Grüne Woche zur Messe „Fruit Logistica“ in Berlin zu fahren.

Von Anne Marx