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Typen CDU: Ernst-Ingolf Angermann
Mehr Typen CDU: Ernst-Ingolf Angermann
12:22 11.01.2013
Ernst-Ingolf Angermann tritt bei der Landtagswahl für die CDU im Wahlkreis Bergen an.
Ernst-Ingolf Angermann tritt bei der Landtagswahl für die CDU im Wahlkreis Bergen an. Quelle: Peter Müller
Langlingen

Im Dorf kennt ihn jeder, obwohl er nicht von hier stammt. Mit 26 Jahren kam Ernst-Ingolf Angermann nach Hohnebostel und übernahm den landwirtschaftlichen Betrieb eines entfernten Onkels. Kindheit und Jugend verbrachte er im benachbarten Langlingen, dort stieg er in seinen Beruf ein. Wenn hier jeder jeden kennt, liegt das daran, dass Hohnebostel tief im Südosten des Landkreises Celle nur 300 Einwohner hat. „Ein Dorf, wie man es traditionell kennt“, sagt der CDU-Landtagskandidat für den Wahlkreis Bergen.

Der 52-Jährige ist seit 30 Jahren mit seiner Frau Gertraude verheiratet, das Ehepaar hat zwei Söhne, Ernst-Christian und Henrik. Der ältere, Ernst-Christian, ist verheiratet und hat eine kleine Tochter. Er übernahm Mitte 2012 den Betrieb. „Wir haben eine GbR gegründet, ich bin stiller Teilhaber und gern gefragter Ratgeber“, sagt Angermann.

Für das Alter hat er gut vorgesorgt, vor zwei Jahren bezog er mit seiner Frau das neue Haus am Ortsrand. Mit 52 Jahren will Angermann aber nicht die Hände in den Schoß legen. „Jetzt möchte ich mich neuen Aufgaben widmen.“ Kommunalpolitik hat ihm immer Spaß gemacht, jetzt soll es im Landtag weitergehen.

Mit jungen Jahren lernte Angermann, Entscheidungen zu treffen. Er hatte seine Ausbildung in der Landwirtschaft abgeschlossen und war nach dem Besuch des Thaerseminars staatlich geprüfter Landwirtschaftsleiter. Als er den Betrieb in Hohnebostel übernahm und seinen Vater um Rat fragte, sagte der nur: „Mach, wie du denkst“. Sein Vater habe ihm zugetraut, dass er das Richtige tue. „Und wenn man von der Schule kommt, hat man eine ganz andere Vorgehensweise“, sagt Angermann.

Damals hatte der Betrieb Schweine, Sauen, Kühe, Schnucken und Pferde. Angermann passte den Betrieb dem Markt an, vergrößerte die Anbaufläche von 100 auf heute 300 Hektar. 2004 standen 150 Milchkühe im Stall, und hätte es da für den Liter Milch zwei Cent mehr gegeben, wären noch heute Kühe auf dem Hof. „Der Preis war so schlecht, dass wir uns nach Alternativen umschauen mussten“, sagt Angermann.

Er baute 2004 eine der ersten Biogasanlagen im Landkreis. Die Anbaufläche für Mais werde schrumpfen, weil die Anlagen zunehmend mit Grassilage, Grünroggen und anderen Pflanzen gefüttert werden. Sein Betrieb hat für die Biogasanlage 30 Hektar Zuckerrüben angebaut und will diese Fläche auf 90 Hektar ausweiten. 70 Prozent der anfallenden Wärme der Anlage werden genutzt für Heizzwecken, das Trocknen von Getreide oder Scheitholz und Dämmplatten für einen Celler Gewerbebetrieb.

Angermann blickt mit ein bisschen Wehmut auf die frühere Landwirtschaft zurück. „Jede Kuh hatte einen Namen, jede Kuh hatte ihren Charakter.“ Heute sei in der Landwirtschaft die kaufmännische Betrachtung ganz wichtig. Und es sei eine Frage des Controlling, man müsse frühzeitig erkennen, in welche Richtung zu steuern sei.

Angermann beklagt, dass Hilfsbereitschaft und Toleranz in der Gesellschaft immer mehr in den Hintergrund treten. Im Dorf ist das noch anders. „Ein Rundruf, dann geht es los“, sagt er und berichtet von Hand- und Spanndiensten, die Steuern sparen und Spaß machen. „Wäre gut, wenn man das halten könnte.“

Während des Wahlkampfs hat Angermann den Celler Nordkreis gut kennengelernt und schnell Kontakt gefunden. Und die Erfahrung gemacht, dass Plattdeutsch auch dort ein Stück Zusammengehörigkeitsgefühl weckt und man sich schnell näher kommt.

Politik ist nicht alles für Angermann. „Ich tanze sehr gern“, sagt der 52-Jährige. Und wenn er in Wald und Feld unterwegs ist, hat er immer ein Fernglas im Auto – falls ihm mal ein Tier über den Weg läuft.

Ein Videoporträt finden Sie unter dem nachfolgenden Link:

Von Joachim Gries