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Typen Auf du und du mit Lucky Luke, Asterix & Co.
Mehr Typen Auf du und du mit Lucky Luke, Asterix & Co.
14:22 13.06.2010
Nienhagen

Dieser Mann hat sie alle: Ob Asterix und Obelix, Lucky Luke oder ZACK – es ist wohl kein Comic vor Michael Hüster aus Nienhagen sicher. Der 47-Jährige gibt sich aber nicht mit kleinen Kiosk-Heftchen ab – Comic-Alben-Serien und Comic-Buch-Reihen, eben echte Sammlerstücke, von denen er mehr als 1000 Exemplare hat, sind sein ganzer Stolz. „Ich sammle die Comics, weil sie toll aussehen und für mich ein interessanter Zeitvertreib sind. Ich lege großen Wert auf die Zeichnungen“, verrät Hüster. Besonders haben es ihm die Comics aus Belgien und Frankreich angetan – der Zeichenstil und die Geschichten gefallen ihm einfach. „Ich war schon immer ein Fan von Funny- und Abenteuergeschichten“, sagt der Nienhagener.

Lieblingscomic-Heft ist das ZACK-Magazin

Der erste Kontakt mit der Comicwelt begann etwa im Jahr 1970, als seine Eltern ihm ab und zu einen Comic schenkten. „Damals war das Fernsehen noch nicht so populär. Comics waren als Unterhaltung noch eine echte Alternative und als Jugendlicher bin ich gerne in die Abenteuerwelten der Hefte eingetaucht“, erinnert sich der 47-Jährige. Zu seinen Lieblingscomic-Heften zählt das ZACK-Magazin, das er im Jahre 1972 im Zeitschriftenhandel entdeckte. Im Jahr 1980 wurde die Produktion von ZACK eingestellt und erst im Jahr 1999 von einem anderen Verlag wieder aufgenommen. Zufällig entdeckte Hüster das Magazin dann im Jahre 2000 an einem Kiosk und so blühte die Comic-Faszination wieder auf.

In dem wiederentdeckten ZACK-Heft fand der Nienhagener dann auch den Namen eines Bekannten, Sven-Oliver Troschke. Die beiden haben früher gemeinsam in Garßen Tischtennis gespielt. Hüster rief ihn an und von da an besuchten sie gemeinsam Comic-Festivals. Gut gefällt dem Nienhagener vor allem das „Contern-Festival“ in Luxemburg. Das sei sehr familiär, wie ein großes Dorffest und neben einem Flohmarkt gibt es dort auch eine Sporthalle, in der man auf berühmte Comic-Zeichner trifft. Von ihnen kann man eine Zeichnung ergattern, vorausgesetzt man lässt sich nicht von den langen Warteschlangen abschrecken. So hat auch Hüster schon viele Stunden mit Warten verbracht – für ihn ist das aber kein großes Problem: „Man kommt dadurch mit vielen Comic-Fans und Zeichnern aus dem In- und Ausland ins Gespräch“, sagt Hüster, der ab und zu auch zusammen mit seiner Familie den Urlaub nach einer Comic-Attraktion ausrichtet.

Hüster traf Asterix-Zeichner und Szenarist Albert Uderzo

Der 47-Jährige war beispielsweise auch schon einmal mit seiner Frau Marion und Tochter Vanessa in Brüssel – der Hauptstadt der Comics. In Deutschland ist Erlangen die Stadt der Comics. Auf der Messe „Comic-Salon“ sieht man auch den einen oder anderen Star, wie Asterix-Zeichner und Szenarist Albert Uderzo. Hüster hatte die Gelegenheit, sich kurz mit dem Star persönlich zu treffen.

Uderzo ist aber nicht die einzige Berühmtheit, die Hüster bisher traf. Auf der Leipziger Buchmesse in der Halle „Comics in Leipzig“ sah er die japanische Manga-Zeichnerin Arina Tanemura. „Von den Fans wird sie wie ein Popstar behandelt“, sagt der Nienhagener, der aber kein großer Fan dieser Art von Comics ist.

Da taucht er dann lieber fast täglich in die Welt der franko-belgischen Werke ein. Es gab auch schon Phasen, in denen Hüster einige Serien, wie die Abenteuer von Lucky Luke, beinahe auswendig kannte. „Damals hätte ich bestimmt auch zu ,Wetten dass..?’ gehen können“, sagt er. In seiner Sammlung sind aber nicht nur Comics mit bunten Bildern – Hüster hat auch eine ganze Reihe an Comic-Fachliteratur in seinen Regalen. Dazu zählen unter anderem „Comixene“, „Die Sprechblase“, „Reddition“ und „Xoomic“. Für diese Zeitschriften schreibt der 47-Jährige auch hobbymäßig Autorenporträts und Interviews – er veröffentlichte beispielsweise ein Gespräch mit Deutschlands erfolgreichstem Cartoonist Uli Stein.

Steins Bücher erscheinen in Deutschland beim Lappan Verlag und dessen Pressesprecherin traf Hüster im vergangenen Jahr auf der Leipziger Buchmesse.

Mit Cartoonist Uli Stein

zum Italiener essen

Er fragte sie, ob er ein Interview mit Stein führen könnte. „Eigentlich habe ich gedacht, ich habe keine Chance an Uli Stein heranzukommen. Der Mann ist ein viel beschäftigter Autor und hat es bestimmt nicht nötig, sich mit mir zu unterhalten“, dachte Hüster damals ganz bescheiden. Um so erfreuter war er aber über Steins persönliche Kontaktaufnahme – wenige Tage später klingelte bei Familie Hüster in Nienhagen das Telefon. „Hier ist Uli Stein, Sie wollten ein Interview mit mir machen?“, kam es vom anderen Ende der Leitung. Das Interview erfolgte per E-Mail – Stein schickte dem Nienhagener die Antworten und schrieb dazu: „Wenn der Artikel veröffentlicht wurde, können wir uns ja mal treffen. Ich lade Sie und Ihre Familie zum Italiener ein“. So saßen die Hüsters dem berühmten Zeichner dann gegenüber. „Ich war total aufgeregt, konnte fast nichts mehr essen“, erinnert sich der Nienhagener. Zum Abschluss des Treffens malte Stein noch eine Zeichnung in ein mitgebrachtes Cartoonbuch. Wenige Tage später schickte Stein, der übrigens ein großer Maus-Fan ist, noch eine Mausefalle per Post. „Mit der werden die Tiere lebendig gefangen – damit wir nie eine Maus töten müssen“, erklärt Hüster.

Selbst Comics zu zeichnen, das liegt dem 47-Jährigen nicht. „Ich habe schon Versuche unternommen, aber das Ergebnis war nicht zufriedenstellend“, ist der 47-Jährige selbstkritisch. Hüster schreibt lieber hobbymäßig Rezensionen über Neuerscheinungen und veröffentlicht sie auch in der Münchener „ComicRadioShow“ – eine der bekanntesten deutschen Comic-Websites.

Hüster arbeitet in Celle

beim Landkreis

Wenn Hüster nicht gerade seine Comic-Faszination auslebt, arbeitet er als Verwaltungsfachwirt beim Landkreis Celle. Dort ist er beim Jugendamt in der Abteilung „Wirtschaftliche Jugendhilfe“ tätig. „Es ist schon mein Wunschjob – ich kämpfe ganz gerne mit der Bürokratie herum“, sagt der Nienhagener. Wenn er allerdings eine Million im Lotto gewinnen würde, würde er einen Comic-Shop eröffnen. Hüsters Freunde registrieren es, dass der 47-Jährige nach eigenen Aussagen ein Comicfreak ist. Als Comicfanatiker würde er sich aber nicht bezeichnen. „Manche Fans bestellen von einem Comic drei Stück – ein Album lesen sie und die anderen beiden Exemplare schweißen sie als Geldanlage ein. Das mache ich nicht, für mich sind Comics zum lesen da“, sagt er.

Auch seine Frau Marion und Tochter Vanessa lesen gerne mal einen Comic, bevorzugen aber vor allem „Disneys Lustige Taschenbücher“. Da sie große Enten-Fans sind, hat das Autokennzeichen der beiden sogar die gleiche Nummer wie Donald Ducks Auto: 313.

VITA

. 18. Februar 1960: in Celle geboren, seitdem wohnhaft in Nienhagen. Ausnahme sind die Jahre 1983 bis 1992, in dieser Zeit lebte er in Adelheidsdorf.

. 1966 bis 1969: Besuch der Grundschule Nienhagen

. 1969 bis 1975: Besuch der Realschule Westercelle

. 1975 bis 1978: Besuch des Fachgymnasiums Wirtschaft

. 1978 bis 1980: Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten beim Landkreis Celle

. 1980 bis 1981: Bundeswehr

. 1982 bis 2005: Verwaltungsfachangestellter beim Landkreis Celle

. Seit 2005: als Verwaltungsfachwirt beim Landkreis Celle im Jugendamt in der Abteilung „Wirtschaftliche Jugendhilfe“ tätig.

. Seit 8. August 1988: Heirat, eine Tochter

. Hobbys: Comics, Tischtennis, Inlineskating, Urlaub

Von Carolin Hampel