Unterwegs im Homeoffice

Wie ein Lockdown des Himmels

In Zeiten von Homeoffice sind Wege in die Redaktion selten. Um so überraschender kommt da das ein oder andere Wetterphänomen. Eine Glosse von Christoph Zimmer.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 15. Okt. 2021 | 07:57 Uhr
  • 13. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 15. Okt. 2021 | 07:57 Uhr
  • 13. Juni 2022
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Celle.

Es gibt Momente, da möchte man die Sonne verfluchen. Etwa in dem asiatischen Lieblingsrestaurant, wenn gerade die scharfe Suppe als Vorspeise serviert wird und die Sonne im Außenbereich, die man nicht bestellt hat, völlig überraschend für Wärme von innen und außen sorgt. Oder beim Brötchenholen im Winter, wenn der plötzliche Sonnenschein den Frost küsst und die Autofahrt zu einem Höllenritt macht.

Wie sehr die Sonne in dem angeblich goldenen Oktober fehlt, habe ich am Montag auf dem Weg zur Arbeit gespürt. Andererseits hätte ich sonst wohl nicht dieses besondere Wetterphänomen in Klein Hehlen bemerkt. In der aufgeregten heutigen Zeit würde man es wohl einen Lockdown des Himmels nennen, der genauso ungerecht verteilt ist wie die Sonne im Sommer zwischen Celle und Mallorca. Gemeint ist Nebel. In der Coronazeit ist es ja schon normal, dass Konferenzen, Termine und Veranstaltungen am Bildschirm im digitalen Raum stattfinden und man noch mehr durchs Internet surft als zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs ist. Schön zu sehen, dass es ihn wirklich noch gibt und man nicht nur auf Livecams oder mit Bildern in den Wetternachrichten daran erinnert wird, wie er wunderbar durch den Herbst wabert.

Mit dem Fluchen bin ich in Zukunft trotzdem vorsichtiger, falls die Sonne das als Beleidigung aufgefasst und sich deshalb zurückgezogen hat. Oder ich fahre das nächste Mal einfach etwas früher los.

von Christoph Zimmer

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