Tesa gegen den Verfall

Wenn der Impfpass auseinander fällt

An dem kleinen gelben Heft hat der Zahn der Zeit genagt. Kein Wunder, der Impfpass ist ein Original von 1979. Was tun?, fragt Maren Schulze in ihrer Glosse.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 09. Dez. 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 09. Dez. 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
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Celle.

Ich würde von mir selbst sagen, dass ich ordentlich bin. Ich mag es gerne aufgeräumt und weiß auch gerne, wo was ist, vor allem natürlich, wenn es sich um Dinge von besonderem Wert handelt. Oder wichtige Unterlagen. Ein Dokument, dass jahrzehntelang in einem Briefhalter auf meinem Schreibtisch ein Schattendasein fristete, ist nun aber – Sie ahnen es – wieder ganz besondere Bedeutung zugekommen. Es geht um meinen Impfausweis. Klar, ich wusste auf Anhieb, wo er war, zumal ich vor Corona irgendwann mal einen Blick reingeworfen hatte, weil ich mal schauen wollte, ob mein Tetanus-Schutz eigentlich noch aktuell war. War er nicht. Und ich bin zum Impfen gegangen. Nun muss ich dazu sagen, dass die eingetragene Adresse vorn drauf nicht mehr stimmt und das nicht nur, weil noch eine vierstellige Postleitzahl angeben ist. Denn es handelt sich bei meinem Impfpass um das Original von 1979. Und nun das: beim Eintrag meiner dritten Corona-Impfung ist anschließend die letzte Seite abgefallen. Panisch hab ich die dann mit Tesa wieder befestigt – und wenn das ganze Ding irgendwann völlig zermürbt (trotz Schutzhülle) auseinanderfällt, was dann? Schade, dass es – neben vielen anderen Unbillen in diesen Tagen – keine zentrale, digitale Erfassung im Gesundheitssystem für Impfungen gibt. Von meinem Unverständnis und meinen Sorgen berichtete ich neulich einer Freundin. Im Gegensatz zu mir bewegt die sich aber auf ganz dünnem Eis. Vor einigen Jahren hat sie nämlich ihren Geburtsnamen auf dem Impfpass durchgestrichen und gegen ihren jetzigen Namen ersetzt. Wenn sie damit mal durchkommt ...

Von Maren Schulze

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