Besuch in Endeholz

Tauben-Alarm geht in die dritte Runde

Erst war die nervtötende Taube beim Kollegen Heiko Hartung und plötzlich kam sie zu Besuch nach Endeholz. Eine Glosse von Maren Schulze.

  • Von Maren Schulze
  • 06. Mai 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
  • Von Maren Schulze
  • 06. Mai 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
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Endeholz.

Frühling, die Zeit des Aufbruchs und der aufkeimenden Gefühle im Tierreich – mein Kollege Heiko Hartung hat bereits in zwei Folgen an dieser Stelle über die nervigen Tauben und seine bislang vergeblichen Versuche die brünftigen Vögel zu vertreiben berichtet und von den Lesern auch noch eine ganze Reihe zum Teil recht rabiater Tipps erhalten, wie er die Vögel am besten aus dem Nahbereich des Hauses vergrämen könne.

Tierischer Besuch am Vogelfutterspender

Bei mir daheim in Endeholz geht es vor den Fenstern des Homeoffice oder auch der Küche – der Verwendungszeck des Raums variiert je nach Tageszeit – derzeit tierisch zu. Distel- und Grünfinken fressen am Vogelfutterspender, als gäbe es kein Morgen – Liebe geht eben durch den Magen. Am Morgen sah ich ein ziemlich dünnes Eichhörnchen, das sich an eben diesem Vogelfutterspender den Bauch mit Sonnenblumenkernen vollschlug. Sei es ihm gegönnt, dachte ich, sieht ja echt bedürftig aus.

Tauben-Video für den Zeitungskollegen

Mehrfach am Tag allerdings wurde mein Blick durch ein Geräusch zur Terrassentür gelenkt: Es gurrte und wenn es ginge, dann hätte sich die dicke Taube, die vor der Tür saß, vermutlich den Schnabel an der Scheibe plattgedrückt. Mit wippenden Trippelschritten und zuckendem Kopf gurrte sie, was das Zeug hielt. Vermutlich betete sie ihr Spiegelbild an. Beim vierten Mal machte ich davon ein kleines Video und schickte es meinem Kollegen mit der Frage: „Ist das etwa Deine? Soll ich schon mal die Backofentür aufmachen?“ und dachte an Endeholz als eine Art Schlaraffenland, in dem die Taube sich freiwillig auf zur Küche machen. Die Antwort kam prompt: „Ja, ich habe Dir einen Brief geschickt. Mach endlich die Tür auf.“ Das ich da nicht gleich draufgekommen bin. Ist ja auch eine viel nettere Art, sich der ungeliebten Mitbewohner zu entledigen.