Oster-Urlaub

Eine Dachboden-Reise im Landkreis Celle

Nach der Renovierung ist vor der Renovierung. Wer ein Haus hat, kennt das: Hört man an einer Ecke auf, muss man an einer anderen Ecke wieder anfangen...

  • Von Andreas Babel
  • 12. Apr 2022 | 08:00 Uhr
  • 13. Jun 2022
  • Von Andreas Babel
  • 12. Apr 2022 | 08:00 Uhr
  • 13. Jun 2022
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Winsen (Aller).

Eine Woche Osterurlaub liegen hinter mir. Bei dem Aprilwetter reduzierten sich Freiluftaktivitäten aufs Gassigehen – immer nach vorherigem Blick auf den Regenradar im Internet. Aber das Wetter hat zu meiner Aufgabe gepasst. Die hatte ich mir wohlgemerkt selbst gesetzt. Nachdem wir im vergangenen Coronajahr innen und außen ein wenig renoviert hatten, war in dieser ersten vollen Aprilwoche der Dachboden dran.

Papier, Metall und Elektroschrott nach Hambühren

Ich hatte zwar schon ein wenig vorab aussortiert und entsorgt, aber es hatte sich im Verlaufe von 20 Jahren doch noch jede Menge Zeug angesammelt, das es nun endlich wegzuwerfen galt. Papier, Metall und Elektroschrott fuhr ich mit dem Auto zum Wertstoffhof des Abfall-Zweckverbands nach Hambühren. Da war wegen des Wetters immer wenig los und ich konnte schnell und kostenlos abladen.

10-Kubikmeter-Container frei Haus

Für den anderen Wohlstandsmüll hatte ich mir am ersten Urlaubstag einen Container auf die Carport-Zufahrt setzen lassen. Zehn Kubikmeter sollten reichen. Nur wenige Dinge warf ich aus einem Obergeschossfenster in den Metallbehälter, das meiste segelte und flog aus dem Dachbodenfenster ins Freie.

Spielzeug und Unterlagen aussortiert

Was da alles zusammenkam! Es war für mich wie eine Reise in die Vergangenheit. Endlich trennte ich mich von den Saisonunterlagen aus den späten 1990ern, als die B-Junioren des TuS Celle FC in der Regionalliga kickten, endlich waren auch die Bundesliga-Sonderhefte aus den 1980er Jahren reif für die Mülltonne. Die schönsten Erinnerungen verband ich aber mit dem Spielzeug unserer drei Grazien, die nun – zwischen 16 und 22 Jahre alt – nichts mehr mit Püppchen und Bauklötzen anzufangen wissen.

Schöne Dinge werden aufbewahrt

Von einigen schönen Spielwaren und tollen Kinderbüchern habe ich mich nicht getrennt – wer weiß, wer das noch benutzen möchte? Ich brachte es auch nicht übers Herz, noch ältere Dinge wegzuwerfen, weil sie für mich einen hohen ideellen Wert haben. Ja, die graue unförmige Holzkiste zum Beispiel war natürlich nichts für den Abfall. Es ist die Plattform für eine Ritterburg, in deren Bauch Türmchen und Mauern schlummern. Es ist eine wertvolle Erinnerung an meinen Großvater, den ich nie kennengelernt habe.