Und wieder wird es nichts

Wie verhext

Wenn einer eine Reise tut - und nicht alles so läuft wie es sollte. Eine Glosse von Susanne Harbott

  • Von Cellesche Zeitung
  • 22. Dez. 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 22. Dez. 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
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Celle.

Gut zwei Jahre ist es her, da hatte mir meine Familie ein besonders tolles Geschenk zum Geburtstag bereitet: ein Wochenende in Hamburg mit Musical-Besuch von „Harry Potter und das verwunschene Kind“, Musical-Dinner und Hotelübernachtung für mich plus Begleitperson. Dann kam Corona – und alle Planungen waren dahin. Die Auftritte fielen erst einmal aus.

Immer wieder neue Anläufe

Dreimal nahm ich einen neuen Anlauf: buchte Tickets, Abendessen und Hotel immer wieder um. Zwischenzeitlich war noch Begleitprogramm wie ein Besuch im Panoptikum und der Elbphilharmonie sowie eine weitere Übernachtung dazu gekommen. Doch mithilfe von Conona-bedingt strengen Besuchsregeln sollte es am Wochenende endlich soweit sein.

Bislang ist alles gut

Am Freitagmorgen hatte ich noch schnell den zusätzlich zur Impfung erforderlichen Schnelltest machen lassen, die Anfahrt zum Hotel verlief bis auf einen kleinen Stau auf der A1 gut. Wir bekamen direkt vor dem Hotel einen Parkplatz und nach dem vorab getätigten Online-Check-In lag unser Zimmerschlüssel schon bereit. Läuft – dachte ich zumindest ...

Es läuft nicht wie geplant

Auf die Frage, wie das mit dem Dinner später laufen würde, folgte „Wie, Sie sind fürs Harry-Potter-Musical angereist? Das wurde abgesagt.“ NEIN. „Doch! Sie müssten dazu eine E-Mail bekommen haben!“ Schnell auf dem Handy gecheckt – NEIN! Auch weitere Gäste, mit deutlich längerer Anreise, zeigten sich entsetzt. In gut einer Stunde sollten wir alle am Theater sein – und dann erhielten wir besagte Mail. „Es tut uns leid, ... Der Hauptdarsteller und seine Zweitbesetzung sind erkrankt (kein Corona) ...“ Frust, Enttäuschung, Fassungslosigkeit!

Nicht verzaubert, sondern verhext

Wo wir aber nun schon mal da waren, wollten meine Schwester und ich das Beste aus der Situation machen, spazierten durch die Speicherstadt und am Hafen entlang zu den Landungsbrücken – begleitet vom viel gerühmten Hamburger „Schietwetter“. Wir wollten die gebuchte Stadtrundfahrt im Doppeldeckerbus einfach vorziehen. Nachdem wir endlich die richtige Linie gefunden hatten, freuten wir uns, dass schon ein Bus bereitstand. Aber anstatt einen zauberhaften Tag zu erleben, lief es weiter wie verhext: Der Bus war defekt, der Fahrer wartete auf den Abschleppdienst, weitere Fahrten würde es an diesem Tag nicht geben. Noch mehr Frust und Enttäuschung. Es folgte ein Bummel durch die vernieselte Stadt und über diverse Weihnachtsmärkte.

Ein Zauber könnte helfen

Immerhin verlief der Folgetag wie geplant. Selbst das Wetter hatte ein Einsehen, sogar die Sonne zeigte sich. Ob ich den Musicalbesuch noch einmal umbuchen werde? Dazu wäre der Vergessenszauber „Obliviate“ hilfreich.Und wenn ich mit „Rennervate“ ausreichend neue Kraft geschöpft habe, gehe ich es vielleicht noch einmal an.

Von Susanne Harbott

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