Hightech im Bad

Smarte Sitzung

Das digitale Zeitalter ist in den Bädern angekommen. Dort gibt es reichlich smarte Technik. Manches davon ist gewöhnungsbedürftig. Eine Glosse von Oliver Gatz.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 30. Apr. 2022 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 30. Apr. 2022 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
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Celle.

Modernes Wohnen bedeutet heute nicht nur Wärempumpenheizung und elektrische Rollläden – nein, auch das stille Örtchen hat sich zu einer Hightech-Anlage gewandelt. Das wurde mir jetzt bewusst, als sich auf der Suche nach einem WC-Sitz (natürlich mit Absenkautomatik) durch den Baumarkt schlenderte.

Riesiges Angebot an Klodeckeln

Mit staunenden Augen stand ich vor dem riesigen Angebot an Klodeckeln mit kunstvollen 3D-Motiven, Reliefoberflächen, witzigen Sprüchen und natürlich in allen nur erdenklichen Farben. Doch nicht nur bunte Unterwasserwelten und rustikale Holz-Optik sollen die Kunden zum Kauf animieren. Mittlerweile sind die Klappen fürs Geschäft auch noch beleuchtet. Das LED-Licht in der Brille wird aktiviert, wenn jemand das Badezimmer betritt oder Geräusche macht - fragt sich nur welcher Art an diesem besonderen Ort.

Das WC der Zukunft

Doch damit nicht genug. Einen Gang weiter im Baumarkt entdecke ich das WC der Zukunft – ein Hightech-Apparat, der keine Wünsche offen lässt. Die eingebaute Po-Spülung - natürlich mit individueller Einstellung der Wassertemperatur – soll den Verbrauch von Toilettenpapier verringern und damit die Umwelt schonen. Nun ja, einen kräftigen Strahl von unten an den Allerwertesten – wer‘s mag. Auch eine Geruchsabsaugung ist eingebaut. Zudem ist die Klo-Brille der „Smart Toilet“ beheizt. Da wird jede „Sitzung“ zu einem Rundum-Wohlfühl-Ereignis. Tolles Ding!

Fehlt nur noch der Sprachassistent

Fehlt nur noch die Vernetzung mit einem Sprachassistenten: „Guten Morgen, Herr Gatz. Haben Sie gut geschlafen? Nehmen Sie doch bitte Platz.“ Ich antworte: „Toilettenpapier ist fast alle. Bitte neues bestellen. Und beeil dich ein bisschen.“ Dann lass ich noch meine Lieblingsmusik abspielen und die Kaffeemaschine in der Küche aktivieren. Alles voll smart! Doch überfordern sollte man das digitale Helferlein nicht. Sonst heißt es am Ende: „Mach doch deinen Sch... alleine!“

Von Oliver Gatz

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