Zu früh geweckt

Wo ist die erhoffte Ruhe?

Schon kleine Ruhepausen können im Urlaub empfindlich stören. Vor allem, wenn sie nicht selbstverschuldet sind. Eine Glosse von Lisa Brautmeier.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 09. Juli 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 09. Juli 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
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Celle.

Eins vorweg: Ich bin Langschläferin. Das heißt, dass ich nicht besonders begeistert bin, wenn ich an freien Tagen von irgendwem oder irgendwas zu früh geweckt werde. So kam es, dass ich an einem Samstagmorgen plötzlich senkrecht im Bett saß, als mein Nachbar auf die Idee kam, um halb zehn mit der Benzin-Heckenschere das Grün neben meinem Fenster zu kürzen. Ich konnte mich noch glücklich schätzen: Seine Frau hatte ihn bestimmt daran gehindert, noch früher anzufangen. Ein Gutes hatte die Sache aber, denn so kam ich wenigstens in den richtigen Schlafrhythmus, um am nächsten Tag ohne Probleme früh in den Urlaub zu starten. Und da wird man ja wohl seine Ruhe haben, oder?

Am erste Morgen in unserer Ferienwohnung, wurde ich lediglich vom hellen Licht geweckt. Das war noch zu ertragen. Am nächsten Tag meinte aber jemand, noch vor neun Uhr mit einer Bohrmaschine herumhantieren zu müssen. Am darauffolgenden Tag klingelte es noch einmal eine Stunde früher an unserer Tür, weil sich jemand ausgesperrt hatte und nicht wusste, welche Klingel er drücken musste, um seine Miturlauber zu finden. Also klingelte er einfach alle Bewohner derselben Etage aus dem Bett. Vielen Dank auch!

Als es dann wieder Richtung Heimat ging, war zwar doch ziemlich viel Wehmut dabei, aber immerhin freute ich mich nun auf entspannte Tage zu Hause. Kaum waren die Koffer aus dem Auto ausgeladen, ging es erst einmal auf die heimische Terrasse. Im Stuhl zurückgelehnt, Füße hoch und ein Eis in der Hand. So lässt es sich genießen! Bis plötzlich ein ohrenbetäubender Lärm losging. Nicht mal sein eigenes Wort konnte man noch verstehen. Mit lautem Getrommel wurde eine türkische Hochzeit eingeleitet. Immerhin mal ein schöner Grund, um Stimmung zu machen. Wir sind aber trotzdem wieder ins Haus geflüchtet.

Von Lisa Brautmeier

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