Meinung: Prozessauftakt

So mutig war der Auftritt des Juweliers

Nach dem Überfall auf einen Celler Juwelier, begann am Dienstag der Gerichtsprozess gegen einen mutmaßlichen Täter. CZ-Redakteur Gunther Meinrenken war vor Ort.

  • Von Gunther Meinrenken
  • 05. Mai 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
  • Von Gunther Meinrenken
  • 05. Mai 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
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Celle.

Bernd Heinrichs geht mit schusssicherer Weste in einen Gerichtssaal, seine Frau Karin bricht nach dem Prozessauftakt in Tränen aus. Für das Juwelierehepaar ist nach dem brutalen Überfall auf ihr Geschäft im vergangenen September nichts mehr wie zuvor. Die Angst ist zum ständigen Begleiter der beiden geworden. Das hat der gestrige Tag vor dem Landgericht Lüneburg noch einmal deutlich gezeigt.

Seit Überfall bleibt Geschäft geschlossen

Seit der Tat ist das Geschäft der Heinrichs geschlossen. Die beiden sind über 70 Jahre alt. Sie wollen weiter machen, aber sie schaffen es nicht. Sie haben die benachbarten Verkaufsräume, in denen zuvor ein Bekleidungsgeschäft war, für eine Galerie hergerichtet, aber sie sind gesundheitlich noch nicht in der Lage, wieder zu öffnen, wieder zur Tagesordnung überzugehen. Und wahrscheinlich werden die beiden das auch nie mehr richtig können.

Celler Juwelier tritt als Nebenkläger auf

Als Nebenkläger aufzutreten, dem mutmaßlichen dritten Täter direkt ins Auge zu sehen, ist mutig, kostet Karin und Bernd Heinrichs viel Kraft. Aber wahrscheinlich ist es der einzig mögliche Weg für Karin und Bernd Heinrichs, die schrecklichen Ereignisse halbwegs zu verarbeiten. Vielleicht kehrt für die beiden etwas mehr innere Ruhe ein, wenn das Verfahren abgeschlossen sein wird. Wir wünschen es den Heinrichs von ganzem Herzen.