Aus Carsten wird Scarlett

Die Macken der Handy-Autokorrektur

Die Autokorrektur am Smartphone kann ganz schön nerven - und für Lacher sorgen. Das ist passiert. Eine Glosse von Carsten Richter.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 28. Juni 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 28. Juni 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
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Celle.

Ich habe mich schon lange daran gewöhnt, dass sich mein Kürzel bei der CZ („car“) hervorragend für Wortspiele eignet. Kett-car, Mas-car-pone, Lo-car-no, Car-bonsäure, Bac-car-a. Wobei ich weder eine besondere Leidenschaft für den Doppelrahm-Frischkäse aus Italien hege (übrigens ebenso wenig für das Disco-Duo aus den 1970er Jahren) noch bislang jemals in der Stadt am Lago Maggiore war. Und so richtig sauer werde ich auch eher selten. Übrigens: Wenn ich mal wieder mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen habe und ich mich förmlich zerteilen muss, nennt man das neudeutsch „Car-Sharing“. Aber Schluss damit.

Autokorrektur setzt ein Zeichen für Toleranz

Was mir nun passiert ist, toppt ohnehin alles. Am Donnerstagnachmittag war ich zu einem Termin im Ostkreis unterwegs. Auf dem Weg dorthin hielt ich kurz an, um meinen Kollegen in der Whatsapp-Gruppe eine wichtige Nachricht zu senden. Da ich etwas in Eile war, schaute ich nicht so genau hin, was ich da abschickte. Aus dem Ende der Nachricht „Gruß, car“ (Sie wissen schon, mein Kürzel ...) wurde „Gruß, Scarlett“. Dämliche Autokorrektur! Ich hatte das gar nicht bemerkt und mich nur gewundert, als eine Kollegin mich fragte, seit wann ich mich „Scarlett“ nenne. Erst später wurde mir alles klar. Die Kollegen hätten mein Coming-out als Transgender mit Fassung getragen, wurde mir am nächsten Tag versichert. Wo doch Toleranz und Vielfalt gerade so groß geschrieben werden. Nun, der Verdacht trifft nicht zu. So einfach ist es dann leider doch nicht mit der Gleichberechtigung.

Von Carsten Richter

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