Bolsonaro-Trick

Könnte helfen: Impfverbot für Ungeimpfte

Vielleicht könnte ein Impfverbot für Ungeimpfte helfen, die Impfquote zu erhöhen? Eine Glosse von Michael Ende.

  • Von Michael Ende
  • 13. Dez. 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
  • Von Michael Ende
  • 13. Dez. 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
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Celle.

So kann man sich irren. Jahrelang habe ich geglaubt, der brasilianische Machthaber Jair Bolsonaro sei ein reaktionärer, von Hass zerfressener, bösartiger Dummkopf, der seine Landsleute in den Abgrund peitscht. Doch jetzt wurde mir schlagartig klar: Der Mann ist ein Genie.

Anders kann ich mir kaum erklären, wie in Brasilien plötzlich fast alle Menschen komplett gegen Corona geimpft sind – und das, obwohl der Bolzen im Präsidentenpalast ihnen doch immer wieder gesagt hat, dass impfen doof ist und man das am besten bleiben lassen sollte. Von wegen „obwohl“: Ich sage der Menschenfreund Bolzo hat das exakt so geplant: Verbiete einfach simpel gestrickten Menschen, die dazu neigen, aus Brast genau das nicht zu tun, was die Regierung will, das Impfen, und sie bestehen darauf, geimpft zu werden. Ist doch eigentlich ganz logisch. Da geht einem auch auf, warum Bolsonaro seinen Landsleuten das Abholzen der letzten Amazonas-Urwälder wärmstens ans Herz legt: Damit endlich jemand etwas dagegen unternimmt.

Zeit also, dass unsere Politiker, die sich in Sachen Corona bisher oft gerne auf eine Strategie des energischen Abwartens und Hinterherhechelns verlegt haben, aktiv werden und die Impf-Ignoranten an die Nadel treiben: mit einem Impfverbot für Ungeimpfte. Nur Geimpfte dürfen sich impfen lassen. Knallhart. Was meinen Sie, was dann los ist? Verbieten lassen diese ungeimpften Herrschaften sich nämlich nichts. Wäre ja noch schöner. Sich impfen zu lassen, um dem bösen Staat den Mittelfinger zu zeigen – was wäre das für eine starke Geste: unbeugsam, aufmüpfig, selbstbestimmt. Denken Sie mal drüber nach. Den Versuch ist es wert.