Geschrei und Getöse

Wie quietschvergnügt Celler Babys sein können

Wie laut Babys einmal waren, wird ihnen ein Leben lang nachgetragen. Dabei sind die Zwischentöne von Babys interessanter. Eine Glosse von Dagny Siebke.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 01. Juli 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
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  • 01. Juli 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
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Celle.

Wenn es um Baby-Laute geht, wird in unserer Familie nur darüber gesprochen, wie viel die lieben Kleinen doch einmal geschrien haben. Gefühlt bei jedem Besuch erzählte meine Oma davon, dass die Nachbarschaft mich ja früher schon im Hausflur plärren hören konnte. Um sich von meinem Gebrüll zu erholen, sind meine Eltern nach anderthalb Jahren erst einmal ohne mich in den Urlaub gefahren.

Auch mein Mann galt als Schrei-Kind. Er hat einmal so lange getobt, bis er sich heiser geschrien hatte. Nach all den Gruselgeschichten waren wir vorgewarnt, was da nach der Geburt unseres ersten Kindes wohl auf uns zukommen könnte.

Unruhige Nacht

Doch was soll ich sagen: Trotz der erblichen Vorbelastung ist Tilda ein quietschvergnügtes Kind. Obwohl sie gar nicht geschrien hat, konnte ich die erste Nacht an ihrer Seite nicht schlafen. Zu überrascht war ich, was für niedliche Zwischentöne unser Töchterchen von sich gab. Jeden tiefen Atemzug habe ich verfolgt. Schnarchen konnte Tilda schon nach wenigen Wochen. Gurgeln hat sie sich nach ein paar Monaten selbst beigebracht, danach ging es ans Schnalzen. Jede Spazierfahrt nutzt unser Nachwuchs für Experimente: Tilda liebt Kopfsteinpflaster und den Hausflur, um zu beobachten, wie sich ihre Stimme verändert.

Tolle Bescherung zu Weihnachten

Morgens werden wir von ihrem liebenvollen Gekrähe geweckt. Als Eltern haben wir uns vorgenommen, Tilda auch von ihrem quietschvergnügten Geplapper zu berichten. Nicht ganz unerwähnt bleiben wird allerdings der Bericht über ihr erstes Weihnachtsfest. Denn ausgerechnet an Heiligabend hat Tilda so viel geschrien wie noch nie. Tatsächlich hat sie dadurch die erste Bescherung ihres Lebens verpasst. Ich bin mir sicher, dass sie sich das später nicht noch einmal entgehen lassen wird.

Von Dagny Siebke

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