Heiermann

Geldstück mit Spitznamen

Manche behaupten, früher wäre alles viel billiger gewesen. Wie auch immer: Ein "Heiermann" war auf jeden Fall besonders. Eine Glosse von Uwe Meier.

  • Von Uwe Meier
  • 08. Dez. 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
  • Von Uwe Meier
  • 08. Dez. 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
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Celle.

Ok – ich gebe es ja zu. Das muss man jetzt nicht unbedingt wissen. Schon gar nicht, wenn das Geburtsjahr jüngeren Datums ist. Aber die etwas Älteren werden sich noch an Zeiten erinnern, in denen der Euro keine Rolle spielte und hierzulande Brot, Butter, Kleidung oder auch Benzin mit D-Mark bezahlt wurden. Banknoten im Wert von 5, 10, 20, 50 und 100 Mark waren in den Portemonnaies zu finden. Es gab auch Scheinchen im Werte 500 und 1000 Mark – von denen hatte Otto Normalverbraucher allerdings eher selten welche in der Hand. „Kleingeld“ gab es in den Größen zu 1, 2, 5, 10 und 50 Pfennig sowie 1 und 2 D-Mark-Münzen.

Das eine oder andere Stück hatte sich im Volksmund sogar eine eigene Bezeichnung erarbeitet: Das 2-Mark-Stück wurde mancherorts schon mal als „Zwickel“ bezeichnet. Und ein „Groschen“ hatte den Wert von 10 Pfennig. Es gab auch noch die Fünf-Mark-Münze, die unter dem Begriff „Heiermann“ in die Annalen einging. So ein Ding habe ich gerade zufällig in die Finger bekommen – so ein richtig altes Silberstück, dass ab 1951 geprägt wurde und 1952 in Umlauf kam. Ab 1974 wurde der altehrwürdige „Heiermann“ von einer neu designten Münze ersetzt, weil der Silberwert des alten Geldstücks einfach zu hoch geworden war. Aber das nur mal so nebenher.

Warum ich das erzähle? Einfach nur so: Ich habe mich eben einfach nur daran erinnert, dass fünf Mark (irgendwann Ende der 60er und Anfang der 70er-Jahre) mal mein monatliches Taschengeld war und ich fand, damit richtig viel Kohle in der Tasche zu haben. Inzwischen würde man damit freilich nicht weit kommen. Heute gibt es für einen Fünfer nicht mal einen „Heiermann“ selbst – der ist inzwischen mehr wert.