Nur das Nötigste

Ein dringender Appell: Bleiben Sie zu Hause!

Corona schreitet in nie gekannte Dimensionen voran: Celler sollten ihre soziale Kontakte reduzieren. 2Gplus kommt und eine freiwillige Quarantäne ist sinnvoll.

  • Von Andreas Babel
  • 29. Nov. 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
  • Von Andreas Babel
  • 29. Nov. 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
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Celle.

Kurz vorweg eine Erläuterung zu dieser Rubrik: Ich spotte an dieser Stelle öfter nicht, sondern richte das Spotlight (zu deutsch das Schlaglicht) auf ein Phänomen oder einen Sachverhalt. So auch heute, denn über das, was ich hier schreibe, kann man nicht spotten.

Digital teilgenommen

Mittwoch nahm ich an der Kirchenvorstandsitzung vom heimischen Rechner aus digital teil. Die meisten anderen scheuten die Präsenzsitzung nicht. Den Gottesdienst gestern wollten dann aber Dutzende (so auch ich) nicht verpassen, doch wie ließen die Gesichtsmaske die ganze Zeit über auf.

Zwölf Interessierte blieben fern

Am Donnerstag hielt ich meinen letzten Vortrag in diesem Jahr. Von 30 angemeldeten Personen kamen nur 18 in Celles Synagoge. Ich vermute aus Angst, sich mit Corona anzustecken. Und diese Entscheidung ist absolut nachzuvollziehen. Am Montag kamen zu meinem Vortrag über den "Kindermord im Krankenhaus" in Rotenburg (Wümme) von 16 Angemeldeten auch nur 14. Das Hermann-Billung-Gymnasium hat meinen für den Holocaustgedenktag geplanten Vortrag wegen der unsicheren Corona-Lage schon jetzt abgesagt. Ich schätze, dass es auch meine weiteren Vorträge im Januar entweder abgesagt oder verschoben werden. Das Gedenken an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft ist mir indes so wichtig, dass ich mich auch jetzt in Fleisch und Blut zu Vorträgen bewegen würde. Beim Kongress der Verschickungskinder auf Borkum war ich am vorletzten Samstag digital dazugeschaltet worden.

Pizzaessen mit Kollegen abgesagt

Am Freitag wollten sich vier Kollegen mit mir in einem Celler Altstadt-Lokal treffen. Wir sehen uns meist nur einmal im Jahr, eben in der Adventszeit. In unserem Stammlokal in der Celler Altstadt bekamen wir schon vor Wochen auf telefonisch Anfrage keinen Tisch, weil zwei Busse aus Dänemark ihren Besuch angekündigt hatten. Also wollten wir vor Wochen dann in eine andere Pizzeria ausweichen, haben das aber jetzt wegen der hohen Infektionszahlen (auch wenn das für Celle noch nicht gilt) auf einen Zeitpunkt jenseits der Pandemie verschoben.

Bleiben Sie zu Hause, wann immer es geht!

Ich richte meinen dringenden Appell an Sie: Bleiben Sie zu Hause, wann immer es geht! Es tut mir natürlich leid für die Geschäftsleute, denen Einnahmen fehlen werden, aber die Sicherheit geht vor. Ich selbst igele mich jetzt auch ein – zumindest bis ins neue Jahr hinein.

Vor fünf Wochen war Österreich noch sicher

Ein Beispiel, das ich selbst erlebt habe: Vor fünf Wochen war die Inzidenz in Vorarlberg unter 100. Hier erblühte das öffentliche Leben wieder (als sei nichts gewesen) und ich durfte dort zwei Vorträge halten. Jetzt haben die unvorsichtigen Vorarlberger die Quittung: Die Inzidenz liegt bei weit über 1000. In der Hoffnung, dass uns österreichische Verhältnisse erspart bleiben, berichte ich weiterhin aus dem Homeoffice.