Spot(t)

Freud und Leid

Als Hundebesitzer muss man sich auf einiges gefasst machen - Freud und Leid liegen da dicht beieinander. Eine Glosse von Susanne Harbott.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 01. Juli 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 01. Juli 2021 | 08:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
Anzeige
Celle.

Hundeliebhabern wie mir geht das Herz auf, wenn wir in die niedlichen Knopfaugen unserer Vierbeiner schauen. Ganz hin und weg ist nun auch einer meiner Kollegen, der an dieser Stelle kürzlich vom Einzug seines „Fellenkels“ berichtete und mir seitdem gern die neuesten Fotos des Familienzuwachses zeigt – ganz stolzer „Opa“ eben. Welpen sind ja auch einfach zum Knuddeln und Liebhaben.

Unliebsame Hinterlassenschaft

Aber es gibt auch „die dunkle Seite der Fell-Macht“ – wie ich kürzlich wieder erleben musste. Eines Nachts um 3 Uhr stand meine Tochter in unserem Schlafzimmer und meinte: „Mama, einer der Hunde hat ins Arbeitszimmer auf den Teppich gemacht ...“ Oh sch... – im wahrsten Sinne des Wortes. „Geh’ du mal wieder schlafen, ich kümmere mich darum“, Mamas machen das so. Mir war gleich klar, wer die Übeltäterin war. Während nämlich die eine unserer Hündinnen dem Rattern einer Nähmaschine ähnlich immer lauter und schneller an der Treppe unten sitzend hechelt, bis sich endlich jemand von uns erbarmt aufzustehen und sie in den Garten zu lassen (oder bei absoluter Nichtbeachtung auch mal mit dem Fußabtreter an der Haustür vorliebnimmt), hat unsere andere Hundedame ihre eigene Art, sich in der Not zu behelfen (was zum Glück äußerst selten vorkommt): Sie tapst auf leisen Pfoten – ich unterstelle ihr einfach mal Rücksichtnahme, um niemanden ihres menschlichen Rudels zu wecken – die Treppe hinauf. Die obere Etage ist für unsere Hunde eigentlich verbotenes Territorium, was ansonsten von ihnen auch strikt eingehalten wird. Ganz wie für ihre männlichen „Kollegen“ typisch, mag unsere Peaches jedoch nicht ihr eigenes Revier beschmutzen. Da wir für gewöhnlich nachts schlafen und die Türen nach draußen dementsprechend verschlossen sind, bleibt ihr nur der Weg nach oben – möglichst weit weg von ihrem Hundebett – in diesem Fall in unser Arbeitszimmer.

Ärger ist schnell verflogen

So sammelte ich also noch schlaftrunken das stinkende Malheur auf, lüftete kräftig durch und schrubbte mit gewissem Groll den Teppich. Doch spätestens als ich nach dem Entsorgen ihrer Hinterlassenschaft in die dunklen Knopfaugen unserer Hundedame schaute, war der Ärger auch schon wieder verflogen. Unsere Vierbeiner bekommen ja schließlich ebenso wenig wie wir Menschen absichtlich Bauchweh und Durchfall. Freud und Leid liegen eben auch für Tierbesitzer dicht beieinander.

Von Susanne Harbott

Von