Lost Places

Begegnungen der gefährlichen Art

Lost Places locken Fotografen an. Doch solche verlassenen Orte sind nicht ganz ungefährlich. Vorsicht ist geboten. Eine Glosse von Oliver Gatz

  • Von Cellesche Zeitung
  • 12. Mar 2022 | 08:00 Uhr
  • 13. Jun 2022
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  • 12. Mar 2022 | 08:00 Uhr
  • 13. Jun 2022
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Celle.

Verlassene Orte, sogenannte Lost Places, wirken auf manche Menschen wie ein Magnet. Das Morbide und Marode hat offenbar etwas Faszinierendes. Es lockt Fotografen und Hobbyfilmer an, die ihre Eindrücke in Bild und Ton festhalten und nicht selten im Internet verbreiten.

Gefährliche Begegnungen bei Lost Places nicht ausgeschlossen

Doch Vorsicht ist geboten: Wer weiß schon, wer oder was sich so alles in den alten Ruinen aufhält? Gibt es womöglich einen neuen Bewohner in den Gemäuern, der sich durch die Anwesenheit des Fremden gestört fühlt? Und wenn ja, wie fällt dann die Reaktion aus? Gefährliche Begegnungen sind nicht ausgeschlossen.

Fotograf Dmitry Kokh auf Expedition im Nordosten Sibiriens

Das dürfte sich auch der renommierte russische Tier-Fotograf Dmitry Kokh gesagt haben. Im Rahmen einer Expedition mit einem Segelschiff verschlug es ihn und sein Team auf die abgelegene Koljutschin-Insel im äußersten Nordosten Sibiriens. Bis 1987 gab es auf dem kargen Eiland in der Tschuktschensee eine kleine Siedlung und eine Wetterstation. Die Häuser sind seit Jahren verlassen.

Sicher ist sicher: Kameradrohne macht Aufnahmen aus der Luft

Plötzlich bemerkte die Gruppe Bewegung in den Fenstern der Häuser. Wer mag sich da wohl aufhalten? Kokh hatte ein mulmiges Gefühl und ging auf Nummer sicher. Er ließ eine Drohne samt Kamera aufsteigen – ein Landgang erschien ihm zu gefährlich. Und was entdeckte er? Etwa 20 Eisbären tummelten sich in dem verlassenen Dorf. Einige von ihnen schauten neugierig aus den Häusern heraus, um sich ein Bild von den fremden Wesen auf dem Boot zu machen.

20 Eisbären als "Hausbesetzer" entdeckt

Eisbären werden in abgelegenen Gebieten Sibiriens traditionell gejagt und nutzen die Häuser als Schutz vor Menschen. Bekannterweise treiben sich diese Wildtiere in unseren Gefilden nicht herum. Dennoch sollten Lost-Places-Fans gewarnt sein: Wer im Schutz der Dunkelheit eine verfallene Ruine aufsucht, sollte sich vorher vergewissern, ob dort nicht Bewohner hausen, die einem gefährlich werden könnten. Sie müssen ja kein weißes Fell haben ...

Von Oliver Gatz

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