Buchstaben-Boom

5G fürs Handy, 2G für alle - G macht Furore

Was haben Heinz Erhardt, Handys, Corona und der Wathlinger 4G-Park miteinander zu tun? CZ-Redakteur Carsten Richter erkennt einen Zusammenhang. Eine Glosse.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 15. Nov. 2021 | 07:59 Uhr
  • 13. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 15. Nov. 2021 | 07:59 Uhr
  • 13. Juni 2022
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Celle.

In letzter Zeit muss ich oft an Heinz Erhardt denken. Zu Lebzeiten des Grandseigneurs der deutschen Komik gab es weder Handys noch Corona. Aber er hatte wohl so eine Vorahnung, als er 1958 sein Stück aufführte, in dem jedes Wort mit einem G anfing. "Getränk gefällig?" – "Genialer Gedanke". Und so weiter. Das war noch echte Fernsehunterhaltung, die ich immer noch sehenswert finde, auch wenn das lange vor meiner Zeit war. Warum ich momentan so oft daran denken muss? Weil das G gerade ganz groß im Kommen ist.

5G fürs Handy – und 2G für alle

Leider kann ich an dieser Stelle die lästige Pandemie nicht ausklammern. Geimpft – genesen – getestet. Diese Alliteration muss sich ein Sprachwissenschaftler und kein Virologe ausgedacht haben. Doch es zeichnet sich ab, dass aus 3G immer mehr 2G wird. Und wer weiß, wo das alles noch hinführt? Vielleicht gilt bald 1G. Null G wäre mir am liebsten. Hoffentlich ist das bald mal alles vorbei. Im Gegenteil gar nicht genug vom großartigen G können Handynetzbetreiber haben. Beim Wort 5G bekommen Smartphone-Hersteller und Verkäufer große Augen. Immer schneller geht der Empfang, immer weiter die Entwicklung. Gilt also doch: G wie gut? Wer in einem Funkloch lebt, kann darüber allerdings nur müde lächeln.

Hat "ganz gewaltig Geld gekostet": der Wathlinger 4G-Park

Bleibt noch die Frage, wie zwischen Virusbekämpfung und Handytechnologie der Wathlinger 4G-Park passt. Ganz gewaltig Geld gekostet (eben 4G) hat das dortige Restaurant, wie erst jüngst wieder der Steuerzahlerbund bemängelt hat.

Was würde Heinz Erhardt dazu sagen?

Ist so viel G im Sprachgebrauch nun gut? So richtig einen Reim darauf machen kann ich mir nicht. Aber ich bin ja auch nicht Heinz Erhardt. "So ein Virus ist geschockt, wenn man ihn mit Whiskey blockt", hat er mal gedichtet. Das lasse ich jetzt mal so stehen. Gegen Corona hilft kein Alkohol – leider. Es war eben noch eine andere Zeit.

Von Carsten Richter

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