Matthaeus Merian

Wasserschloss in Kupfer gestochen

Matthaeus Merian war ein bedeutender Kupferstecher. Die Verffentlichung seiner Ansicht des Wathlinger Wasserschlosses erlebte er nicht mehr mit.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 12. Jan. 2022 | 16:14 Uhr
  • 10. Juni 2022
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  • 10. Juni 2022
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Wathlingen.

Das Jahr 2022 ist fr die Gemeinde Wathlingen ein Jubilumsjahr. Gefeiert wird die tausendjhrige Wiederkehr einer urkundlichen Erwhnung von 1022.

Matthaeus Merian, ein aus Basel stammender bedeutender Kupferstecher und Verleger, der von 1593 bis 1650 lebte, fertigte kurz nach Ende des Dreiigjhrigen Krieges das vorliegende druckgrafische Einzelstck im Format 173 mm x 147 mm an und berschrieb es mit Watlingen Adelicher Sitz An der Fuse. Zu sehen ist ein imposantes, abseits des Dorfes liegendes Wasserschloss mit mehreren Trmen und rauchenden Schornsteinen.

Die Kupferstiche sind bei Merian in alphabetischer Folge abgedruckt, direkt ber Wathlingen (S. 196) befindet sich der Stich Versen Adelicher Sitz Bey Vltzen (Veeren). Der Band mit den Kupferstichen erschien 1654 in Frankfurt am Main mit dem Titel Topographia und war den Herzgen zu Braunschweig und Lneburg zugedacht. Am Schluss wurde ein Bericht an den Buchbinder / ber denen beygefgten Kupffer/Taffeln / zu welchem Blat jede einzuhefften sey angefgt.

Wathlingens Dorfchronist Georg Breling beschrieb 1925 ausfhrlich die vier im Ort befindlichen Gutshfe, die bereits im 14. Jahrhundert verbrgt waren und von denen heute nur noch das Gut von Reden, ehemals von Lneburg, existiert. Es geht auf das Gut von Dagefrde zurck, das ursprnglich ebenso wie die drei anderen Gutshfe innerhalb des Dorfkomplexes gelegen hatte. Nachdem der Hof laut den Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens (1927) 1549 abgebrannt war, wurde er nordstlich auerhalb des Dorfes neu errichtet. Am Anfang des 17. Jahrhunderts erbaute der letzte Herr von Dagefrde ein Wasserschloss, das sich nach Angaben der Kunsthistorikerin Petra Sophia Zimmermann (Baudenkmale in Niedersachsen, Hameln 1994) etwas sdlich der heutigen Gutsanlage befand. Nach seinem Tod fiel das Gut 1616 an die Herzge zurck. Herzog August der ltere kaufte das Gut seinen Brdern ab. Er bergab es 1634 seinen Nachkommen aus der Ehe mit der Amtmanns-Tochter Ilse Schmiedichen, die in den Reichsadelsstand erhoben den Namen von Lneburg erhielt.

Der Blick auf den Gutshof fllt von Sdwesten. Matthaeus Merian d. . erlebte die Auflage seines Werkes nicht mehr mit. Seine Erben berreichten es dem Auftraggeber, Herzog August zu Braunschweig und Lneburg, der sich auch die Schlussredaktion hatte bertragen lassen, wenige Tage vor seinem 75. Geburtstag. In der Compendieusen Staatsbeschreibung des durchlauchtigen Weltkreises (Braunschweig 1719) wird Wathlingen so beschrieben: Watlingen an der Fuse, da die von Lneburg ihren Adel. Sitz haben.

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