Ballet bei "Rocktail"

So trainieren Celler Ballettänzer für Rocktail

Es wird hochkonzentriert gearbeitet in der Kreativen Ballettschule von Ilona Harf. Denn die Tänzerinnen sind bei "Rocktail" im Einsatz.

  • Von Jürgen Poestges
  • 18. Dez. 2019 | 13:30 Uhr
  • 10. Juni 2022
  • Von Jürgen Poestges
  • 18. Dez. 2019 | 13:30 Uhr
  • 10. Juni 2022
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Celle.

Die Anspannung ist im Gesicht von Adrienne abzulesen. „Arabesque – das Bein durchstrecken“, sagt Ilona Harf. Die Leiterin der Kreativen Ballettschule am Lauensteinplatz probt mit sieben Mädchen im Alter von 8 bis 16 Jahren für ihren großen Auftritt im Rahmen der „Rocktail“-Show am Samstag in der CD-Kaserne. „Natürlich ist es für uns etwas besonderes, bei so einer Produktion mitzuwirken“, sagt sie. „Wir haben ja schon einige Märchenstücke aufgeführt, deshalb ist uns die große Bühne nicht ganz fremd.“ Und auch Rockmusik ist den Mädchen nicht unbekannt. „Manchmal dürfen sie sich Musik aussuchen. Und wenn ihnen nichts einfällt, lege ich auch schon mal Led Zeppelin auf“, erzählt Ilona Harf lachend. „Jetzt bekomme ich immer mal wieder zu hören, ich solle doch die Ohren-ab-Musik abspielen.“

Fachbegriffe sind sehr wichtig

In der Zwischenzeit haben sich die Mädchen an der Seitenstange warm gemacht. Lena und Finja sind etwas älter und erfahrener, sie nehmen die Anweisungen der „Chefin“ schon gelassener entgegen. Bewundernswert ist dabei vor allen Dingen, dass alle genau wissen, was die ganzen Fachwörter bedeuten. „Arabesque“ zum Beispiel ist eine Pose, bei der der Tänzer auf einem Bein steht, das andere Bein wird mit gestrecktem Knie nach hinten gehoben, benannt nach dem Ornament Arabeske. Und beim „Tendu“ wird das Bein nach vorn, hinten oder zur Seite gestreckt. Geläufig ist lediglich „Tutu“ – der Ballettrock aus Tüllstoff. „Das sind die Grundlagen, damit wir vernünftig Unterricht machen können“, sagt Ilona Harf. „Die Neulinge bekommen von mir erst einmal 13 DIN-A-4-Seiten in die Hand gedrückt, auf denen die Fachbegriffe erklärt werden, alle schön mit Schaubildern verdeutlicht.“

Und so strecken sie die Beine, mal rechts, mal links. Heben den Arm grazil über den Kopf, mal links, mal rechts. Sie beugen den Oberkörper vor, dann zurück – gespannt wie ein Flitzebogen. Ilona Harf wirft kritische Blicke auf die Ausführungen. Korrekturen sind nur ganz wenige nötig.

Dann wird es ernst. „Holt mal die Matten“, sagt Ilona Harf. Mit den blauen Matten wird die Größe des Platzes abgesteckt, der auf der Bühne in der CD-Kaserne zur Verfügung steht.

Falsche Musik irritiert nicht

Die Mädchen nehmen Aufstellung, rechts und links neben der Bühne. Die Musik setzt ein, der Tanz beginnt. Ilona Harf lächelt – und stoppt die Musik wieder. „Das habt ihr ganz großartig gemacht“, sagt sie. „Das war nämlich die falsche Musik. Aber ihr habt euch nicht irritieren lassen, sondern die Bewegungen der Musik angepasst. Hervorragend.“

Rap mit harten Bässen

Und schon erklingt die richtige Melodie: Rap mit harten Bässen, eingeleitet mit einer einfühlsamen Klaviermusik. „Uns ist alles Mögliche passiert“, erzähl die Ballettlehrerin. „Wir hatten schon die falsche Musik für die Gruppe, die gerade auf der Bühne stand. Oder die Musik war richtig, aber die falsche Gruppe stand auf der Bühne. Auf so etwas müssen die Tänzerinnen einfach vorbereitet sein.“

Viel Spaß mache die Arbeit mit den Musikern. „Da ist sehr viel Verständnis für die jungen Tänzerinnen. Jedes Detail wird abgesprochen, und sie richten sich mit ihrer Musik nach uns, wo immer es geht.“ Zwar habe die Ballett-Truppe schon häufiger mit Live-Musikern zusammengearbeitet. „Aber da handelte es sich meistens um klassische Ensembles.“

Projekt mit "DeadPac" geplant

Der Kontakt zu Ingo Bloeß und damit auch zu „Rocktail“ kam über das Tanz-Event „Lache – Lebe – Liebe – Tanz“ im Februar zustande. „Ingo hat moderiert und mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, bei „Rocktail“ mitzumachen“, erzählt die Ballettlehrerin. „Wir wollten ohnehin etwas in dieser Richtung machen, zum Beispiel mit „DeadPac“, der Celler Nachwuchsband.“ Dieses Projekt ist nun erst einmal aufgeschoben.

Probe in Alter Burghalle

Wie sich die jungen Tänzerinnen im Reigen der E-Gitarren, Schlagzeuge und Verstärker schlagen, davon kann man sich am Samstag, 21. Dezember, ab 19 Uhr in der CD-Kaserne überzeugen. Die Probe am vergangenen Sonntag in der Alten Burghalle war auf jeden Fall gelungen. Für den guten Ton sorgten Tommy Newton, Toningenieur mit dem Studio Area 51 und Musiker in der Band „Victory“, und Claus Winkelmann von „IMG Stageline“. „Wie es sich gehört, hat nicht alles auf Anhieb geklappt“, erzählt Ingo Bloeß. „Aber am Samstag drehen wir richtig auf.“

ROCKTAIL THE BAND – Next Generation

Ein Festival für Freunde des Partyrock! Wenn das traditionelle Konzert vom Ausnahmeprojekt „Rocktail“ ansteht, stehen auch die Bands Schlange. Und so gibt es diverse Gäste im Programm , die sich sich alle querbeet in Sachen Coverrock überbieten wollen. Neben „Battle of the Sun“ aus Hannover und „Waterpistol Drive by“ rocken „Ground Zero“ und die Newcomer „Make it Major“ die Bühne. Special guest sind „Twisted State of Mind“ aus Oxford, die sich schon auf diversen Festivals in der Region einen Platz beim Jahresendhighlight erspielt haben. Höhepunkt in diesem Jahr sind sicher die Nachwuchsrocktailer der „Next Generation“ und „Rocktail“ selbst. Dazu gibt es eine Kurzshow mit der „Kreativen Ballettschule“, einem Abba-Medley, sowie einem Chor-Projekt aus Hamburg.

Samstag, 21. Dezember, 19.30 Uhr, Halle 10 in der CD-Kaserne. Karten zum Preis von 18,60 Euro (CZ-Abonnenten zahlen in der CZ-Geschäftsstelle den Abomax-Preis von 14,20 Euro) gibt es im Ticketcenter der Celleschen Zeitung, Bahnhofstraße 1, und in der CD-Kaserne.