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Mittendrin Männer-Domänen knacken
Mehr Mittendrin Männer-Domänen knacken
13:10 13.06.2010
Von Heiko Hartung
LOKALE WIRTSCHAFT: Mädchen sollen cleverer bessere Ausbildungsplätze suchen
LOKALE WIRTSCHAFT: Mädchen sollen cleverer bessere Ausbildungsplätze suchen Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
Celle Stadt

CELLE (cz). Wie lassen sich die Chancen junger Mädchen auf einen gutbezahlten Ausbildungsplatz und familienfreundliche Arbeitszeiten erhöhen? Diese Frage stellten sich die sozialdemokratischen Frauen im Kreis Celle.

Die Hälfte aller Ausbildungsplatzsuchenden bewirbt sich in der Regel in einem der zehn beliebtesten Wunschberufe von jungen Frauen. Unter den Top Ten sind insbesondere die Bürokauffrau, Verkäuferin, Friseurin oder Arzthelferin. In diesen Berufen wird bei oft ungünstigen Arbeitszeiten wenig gezahlt. Daher ist es ratsam, sich anderweitig umzusehen und für einen anderen von 350 möglichen Ausbildungsberufen zu bewerben.

Weil die Fülle der Möglichkeiten aber oft nicht bekannt oder präsent ist, besuchte die Vorsitzende der sozialdemokratischen Frauen in Celle, Annette von Pogrell, deshalb gemeinsam mit Karin Otte, Kfz -Mechatronikerin in spe, mehrere Haupt- und Realschulen des Landkreises, um Schülerinnen diese Möglichkeiten, die sich in technischen Berufen für Mädchen erschließen, vorzustellen. „Mädchen können heute mit technischen Geräten genauso gut umgehen wie die Jungen,“ so von Pogrell, „deshalb müssen wir ihnen das Selbstvertrauen geben, sich auch in technischen Berufen zu bewerben. Außerdem wissen viele Mädchen gar nicht, welche Chancen es dort für sie gibt.“

In je einer Schulstunde erläuterte von Pogrell kurz den Hintergrund und anschließend berichtete Otte aus ihrem Alltag als Auszubildende beim Celler Autozentrum Maussner. Die anschließende Gelegenheit Fragen zu stellen, wurde von vielen Schülerinnen der 8. und 9. Klassen ausgiebig genutzt.

Die Zahlen sprechen für sich: eine voll arbeitende Friseurin verdient um die 1100 Euro, eine Arzthelferin etwa 1300 Euro brutto. Ein Elektriker oder Installateur dagegen zwischen 2000 und 2200 Euro brutto. Zudem sind die Arbeitszeiten zwischen 8 und 16 Uhr familienfreundlicher als in vielen der „typisch“ weiblichen Berufe.

Wenn Frauen sich für einen technischen Beruf entscheiden, sind sie meist sehr erfolgreich. Nach Information der Bundesarbeitsagentur schnitten Frauen bei den Abschlussprüfungen mit einer Quote von 85 Prozent auch in „typisch“ männlichen Berufen erfolgreicher ab als ihre männlichen Kollegen.

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