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Mittendrin Kelle und Lot zur Seite gelegt: Gerhard Rabe – der Maurer als Tischler
Mehr Mittendrin Kelle und Lot zur Seite gelegt: Gerhard Rabe – der Maurer als Tischler
12:52 13.06.2010
Zweittyp Gerhard Rabe
Zweittyp Gerhard Rabe Quelle: Peter Müller
Unterlüß

UNTERLÜSS. Gerhard Rabe wurde 1938 in Celle geboren und ist im jetzigen Hermannsburger Ortsteil Weesen aufgewachsen. Dort besuchte er die damals noch vorhandene einklassige Volksschule, in Hermannsburg lernte der das Maurerhandwerk. Im Jahr 1962 legte er die Prüfung zum Maurermeister in Ansbach im bayrischen Mittelfranken ab. Es zog ihn allerdings zurück in die Heimat, und so baute er sich ein Haus in Unterlüß. Als es 1965 fertig war, trug er seine jüngst ange­traute Frau Erika stilecht über die Schwelle, wie sich beide heute schmunzelnd erinnern.

Vor ungefähr 30 Jahren – so genau kann er sich gar nicht mehr erinnern – trat Gerhard Rabe in den Unterlüßer Verkehrsverein ein. Da war seine Frau Erika tätig, aber das war nicht der Grund. „Ich habe die Arbeit gesehen“, gibt er an. Damit meinte er den renovierungsbedürftigen Zustand von Tischen und Bänken an, die im Lüßwald rund um Unterlüß aufgestellt waren.

Der Maurermeister legte also in seiner Freizeit Kelle und Lot zur Seite, griff sich stattdessen Hobel und Pinsel und begann die Sanierung der Bänke. Damit verbrachte er viele Stunden seiner Freizeit und tut es bis auf den heutigen Tag. Seit er 1999 aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden ist, hat sich seine Tätigkeit gesteigert. Aus gespendeten Bohlen, das ein Unterlüßer Unternehmen unentgeltlich für ihn zuschnitt, tischlerte er neue Bänke und Tische. Darüber hinaus fertigte er den Stand an, mit dem der Verkehrverein seit 28 Jahren auf dem Dorffest vertreten ist. Der Stand ist beste Handwerksarbeit und deshalb schier unverwüstlich, wie das jährliche schadensfreie Auf- und Abbauen, Zerlegen und Einlagern beweist.

Nun ist die Mitgliedschaft im Verkehrsverein nicht die einzige Gemeinschaftsan­gelegenheit, der sich Gerhard Rabe verschrieben hat. Er ist außerdem Mitglied im örtlichen Schützenverein. Da gibt es aller­dings eine Schwierigkeit, weil dessen Übungsabende immer am Donnerstag sind und zur gleichen Zeit ebenfalls der Posaunenchor seiner Kirche in Hermannsburg übt. „Posaunen gehen vor“, sagt Rabe, der schon seit langen Jahren dieser musikalischen Gemeinschaft angehört. Das aber hat zur Folge, dass in der 30-jährigen Zugehörigkeit zum Schützenverein Unterlüß Gerhard Rabe es zwar schon zum Leutnant, aber nie zum Schützenkönig gebracht hat. Immerhin wurde er in diesem Jahr 1. Adjutant. Er hat sich natürlich an Bauarbeiten seines Vereins aktiv beteiligt. „Wir haben den Parkplatz und die Straße gebaut und gepflastert“, nennt er die jüngsten Aktivitäten, an denen er teilnahm.

„Ich bin gern Unterlüßer“, fasst Gerhard Rabe zusammen und liefert damit den tieferen Grund all seiner Aktivitäten in seinem geliebten Wohnort.

Von Udo Genth