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Mittendrin In dunkler Jahreszeit fühlen sich viele Celler schlapp
Mehr Mittendrin In dunkler Jahreszeit fühlen sich viele Celler schlapp
17:18 11.12.2015
Gegen schlechte Stimmung und Schlappheit in der dunklen Jahreszeit helfen Spaziergänge im Freien.
Gegen schlechte Stimmung und Schlappheit in der dunklen Jahreszeit helfen Spaziergänge im Freien. Quelle: Julian Stratenschulte
Celle Stadt

Besonders in den Herbst- und Wintermonaten, in denen sich der Körper auf die frühere Dunkelheit einstellen muss, kommt es schnell einmal zu Stimmungstiefs. Während dieser Phasen fühlen wir uns schlapp und müde, manchmal auch unausgeglichen. In einigen Fällen kommt auch der Heißhunger auf Süßigkeiten oder kohlenhydratreiche Nahrungsmittel hinzu, der dann auch mal für ein wenig Winterspeck sorgt.

„Mangelndes Licht in den Herbst- und Wintermonaten ist verantwortlich für die Winterdepression. Helles Licht signalisiert dem Körper Produktivität, daraufhin wird im Körper Serotonin ausgeschüttet, welches stimmungsaufhellend und leistungsfördernd ist. Auch die sogenannten Glückshormone, die Endorphine, produziert der Körper verstärkt unter dem Einfluss von Licht“, weiß Entspannungstrainerin Claudia Sievert aus Celle. In der Dunkelheit werde weniger Serotonin produziert, dafür aber mehr Melatonin. „Dieser Botenstoff ist für den Schlaf-Wach-Rhythmus zuständig und macht uns eher schlapp und müde und ist somit auch mit verantwortlich für den Winterblues.“

Diplom-Psychologin Marianne Sterl weist darauf hin, dass es zunächst wichtig sei, zu prüfen, ob eine ernste Depression vorliegt, welche durch die die graue Herbststimmung verstärkt wird. Wenn es sich nur um ein vorübergehendes Stimmungstief handelt, gibt es einige hilfreiche Methoden gegen den „Winterblues“: „Generell gilt: Erlaubt ist, was gut fürs Gemüt ist. Dazu gehört auch, Licht zu tanken, wofür sich eine Lichttherapie eignet“, erklärt Sterl. Zu diesem Zweck sitzt der Patient etwa dreißig Minuten vor einer speziell konzipierten Lampe, die mindestens 10.000 Lux abstrahlt und das Sonnenlicht nachahmt. Dies könne die Überversorgung mit Melatonin ausgleichen.

Außerdem sei Bewegung sehr gut für das körperliche und seelische Wohlbefinden. Ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung können ebenfalls dabei helfen, kleine Stimmungstiefs zu vermeiden. Sich selbst zu verwöhnen und etwas Gutes zu tun, hilft zusätzlich. „Gönnen Sie sich Wellnessmassagen, eventuell mit einem stimmungsaufhellenden Duftöl. Stellen Sie eine Duftlampe in Ihre Räume, zum Beispiel mit Zitrusdüften. Dabei sollte auf gute Ölqualität geachtet werden.

„Unsere heutige Lebensweise lässt solche Ruhephasen kaum noch zu. Daher sollte man den Winterblues als Chance sehen, etwas zurückzuschalten“, meint Sterl.

Von Stefanie Franke