Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Mittendrin Gewerkschaften fürchten „gläsernen Arbeitnehmer“
Mehr Mittendrin Gewerkschaften fürchten „gläsernen Arbeitnehmer“
15:19 13.06.2010
Celle Stadt

Das soll unter anderem die Beantragung von Arbeitslosengeld und anderen Sozialleistungen, wie Wohn- und Elterngeld erleichtern und mittelfristig zu erheblichen Stellenersparnissen im Personalsektor führen.

Doch Kritik der Gewerkschaften wird laut gegen das großflächige Speichern von persönlichen Arbeitnehmerdaten. „Wir haben die Befürchtung, dass eben nicht nur reine Lohnsummen gespeichert werden, sondern auch Informationen über Krankheiten und Fehlzeiten oder auch darüber, ob jemand im Betriebsrat aktiv war. Das geht ganz klar zu weit und verletzt aus unserer Sicht den persönlichen Datenschutz. Deshalb stehen wir als Gewerkschaft ELENA sehr kritisch gegenüber“, betont Eckhard Stroemer, Regionalleiter der IG BAU Niedersachsen. Eine weitere Befürchtung des Gewerkschaftlers: „Auch wenn jetzt behauptet wird, dass die Daten nur befristet gespeichert werden, bin ich da aus eigener Erfahrung sehr skeptisch. Denn nur sehr selten werden Daten, die erst einmal gesammelt worden sind, wieder gelöscht", so Stroemer.

Das sieht der CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Otte anders. Für ihn überwiegen ganz klar die Vorteile des neuen Verfahrens. „Die Einführung von ELENA wird ganz sicher zu einer erheblichen Erleichterung bei der Datenbeschaffung für Sozialleistungen führen. Wir rechnen mit einer Ersparnis für die Unternehmen in Höhe von etwa 85 Millionen Euro“, hebt Otte die Vorteile der elektronischen Datenerfassung hervor.

Auch die Datenschutzbedenken der Gewerkschaften weist er entschieden zurück. „Es werden hier nur Daten erfasst, die vorher auch schon in Papierform erfasst worden sind. Außerdem befinden wir uns in einem engen Austausch mit den Gewerkschaften, um gerade die Datenschutzaspekte intensiv zu diskutieren“, so Otte.

Denn auch für die Gewerkschaften könnte eine Datenerfassung von Interesse sein. Denn auf diese Weise könnte auch flächendeckend überprüft werden, ob sich Arbeitgeber an Mindestlohnvereinbarungen halten oder die Sozialversicherungsbeiträge richtig abführen. „Dafür reicht es aber aus, wenn mit dem System nur die reinen Lohnsummen erfasst werden. Andere Daten sind dafür nicht erforderlich“, betont Stroemer.

Von Janine Jakubik