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Mittendrin Ein gelichteter Schilderwald, Mehr Rechte für Radfahrer
Mehr Mittendrin Ein gelichteter Schilderwald, Mehr Rechte für Radfahrer
13:46 13.06.2010
„Nur die wirklich wichtigen Schilder sollen bleiben. Oft wird der Fahrer von einer Informationsflut nur verwirrt“, Verkehrsamtsleiter Berd Janz unter einem Schild „Richtgeschwindigkeit 70“ zwischen Celle und Lachendorf, das bald wegfallen wird. Foto: Jakuik Neue Straßenverkehrsordnung punktet durch bürgerfreundliche Verbesserungen - Was muss ein Autofahrer bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit alles erfassen? Auf die Reaktionen anderer Fahrer achten, Fußgänger und Radfahrer im Blick haben, sich auf unvorhersehbare Ereignisse einstellen, das vorgeschriebene Tempo halten. Nebenbei soll er die vielen Informationen verarbeiten, die ihm ein dichter Schilderwald vermitteln will. Mit der Reform der Straßenverkehrsordnung, die am ersten September in Kraft getreten ist, soll dem Autofahrer das Leben erleichtert werden. - Von Janine Jakubik - Celle. „Die Kernpunkte der neuen Straßenverkehrsordnung sind ganz klar: Zum einen soll den Autofahrern durch den gezielten Verzicht auf bestimmte Straßenverkehrsschilder entgegenkommen werden. Zum anderen wurde mit der Reform auch an die Radfahrer gedacht, für die jetzt vereinfachte Vorschriften gelten“, beschreibt Bernd Janz, Leiter des Straßenverkehrsamtes in Celle die wichtigsten Gesetzesnovellen. So fallen künftig 25 Verkehrszeichen weg. Das bedeutet zwar nicht, dass die Zeichen von heute auf morgen ihre Wirksamkeit verlieren. Langfristig mit einer zehnjährigen Übergangsfrist, werden sie aber immer seltener auf deutschen Straßen zu finden sein. Auch auf das neue Aufstellen dieser Schilder wird künftig bis auf wenige Ausnahmefälle verzichtet. - „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Denn zu viele Verkehrszeichen überfordern auch den geübten - Autofahrer. Deshalb ist es besser, weniger Schilder aufzustellen, die der Fahrer - dann auch wirklich bewusst wahrnehmen kann“, betont Janz. - Für welche Schildersünden hat dann also bald das letzte Stündlein geschlagen? Insbesondere Gefahrenzeichen
„Nur die wirklich wichtigen Schilder sollen bleiben. Oft wird der Fahrer von einer Informationsflut nur verwirrt“, Verkehrsamtsleiter Berd Janz unter einem Schild „Richtgeschwindigkeit 70“ zwischen Celle und Lachendorf, das bald wegfallen wird. Foto: Jakuik Neue Straßenverkehrsordnung punktet durch bürgerfreundliche Verbesserungen - Was muss ein Autofahrer bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit alles erfassen? Auf die Reaktionen anderer Fahrer achten, Fußgänger und Radfahrer im Blick haben, sich auf unvorhersehbare Ereignisse einstellen, das vorgeschriebene Tempo halten. Nebenbei soll er die vielen Informationen verarbeiten, die ihm ein dichter Schilderwald vermitteln will. Mit der Reform der Straßenverkehrsordnung, die am ersten September in Kraft getreten ist, soll dem Autofahrer das Leben erleichtert werden. - Von Janine Jakubik - Celle. „Die Kernpunkte der neuen Straßenverkehrsordnung sind ganz klar: Zum einen soll den Autofahrern durch den gezielten Verzicht auf bestimmte Straßenverkehrsschilder entgegenkommen werden. Zum anderen wurde mit der Reform auch an die Radfahrer gedacht, für die jetzt vereinfachte Vorschriften gelten“, beschreibt Bernd Janz, Leiter des Straßenverkehrsamtes in Celle die wichtigsten Gesetzesnovellen. So fallen künftig 25 Verkehrszeichen weg. Das bedeutet zwar nicht, dass die Zeichen von heute auf morgen ihre Wirksamkeit verlieren. Langfristig mit einer zehnjährigen Übergangsfrist, werden sie aber immer seltener auf deutschen Straßen zu finden sein. Auch auf das neue Aufstellen dieser Schilder wird künftig bis auf wenige Ausnahmefälle verzichtet. - „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Denn zu viele Verkehrszeichen überfordern auch den geübten - Autofahrer. Deshalb ist es besser, weniger Schilder aufzustellen, die der Fahrer - dann auch wirklich bewusst wahrnehmen kann“, betont Janz. - Für welche Schildersünden hat dann also bald das letzte Stündlein geschlagen? Insbesondere Gefahrenzeichen Quelle: Janine Jakubik
Celle Stadt

„Die Kernpunkte der neuen Straßenverkehrsordnung sind ganz klar: Zum einen soll den Autofahrern durch den gezielten Verzicht auf bestimmte Straßenverkehrsschilder entgegenkommen werden. Zum anderen wurde mit der Reform auch an die Radfahrer gedacht, für die jetzt vereinfachte Vorschriften gelten“, beschreibt Bernd Janz, Leiter des Straßenverkehrsamtes in Celle die wichtigsten Gesetzesnovellen. So fallen künftig 25 Verkehrszeichen weg. Das bedeutet zwar nicht, dass die Zeichen von heute auf morgen ihre Wirksamkeit verlieren. Langfristig mit einer zehnjährigen Übergangsfrist, werden sie aber immer seltener auf deutschen Straßen zu finden sein. Auch auf das neue Aufstellen dieser Schilder wird künftig bis auf wenige Ausnahmefälle verzichtet.

„Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Denn zu viele Verkehrszeichen überfordern auch den geübten

Autofahrer. Deshalb ist es besser, weniger Schilder aufzustellen, die der Fahrer

dann auch wirklich bewusst wahrnehmen kann“, betont Janz.

Für welche Schildersünden hat dann also bald das letzte Stündlein geschlagen? Insbesondere Gefahrenzeichen fallen der Reform zum Opfer: Dazu gehören unter anderem „Achtung Verkehrsübergang“ oder die Warnung vor Steinschlag. Auch im Gespräch

abgeschafft zu werden ist die Richtgeschwindigkeit. „Zwar ist es sicherlich weiterhin

zu empfehlen, auf besonders tückischen Straßen langsamer zu fahren als erlaubt ist.

Dadurch aber, dass es eben nur eine Empfehlung ist, kann das Schnellerfahren nicht

geahndet werden. Kaum jemand hält sich dran“, erklärt Janz die Überlegung, auf dieses Schild zu verzichten.

Mit der Reform werden nicht nur Schilder gestrichen. Auch neue kommen hinzu. So wird man beispielsweise zukünftig immer öfter auf das Schild „Inlineskater frei“ stoßen. Das soll den Skater ermöglichen unter bestimmten Voraussetzungen auf der Straße zu fahren. Für Fußgänger und Radfahrer interessant ist auch der neue Hinweis: „Durchlässige Sackgasse für Fußgänger und Radfahrer“.

Darüber hinaus regelt die neue Straßenverkehrsordnung auch die Frage, wie viele Kinder zukünftig in einem Fahrradanhänger mitgenommen werden dürfen. Jetzt ist klar, nicht mehr als zwei Kinder

unter sieben Jahren dürfen

im Anhänger von Mama oder Papa Platz nehmen. Dafür darf sich die umweltbewusste Fahrradfamilie über eine deutliche Ausweitung ihrer Rechte freuen. So werden die Kriterien für die Öffnung von Einbahnstraßen für den entgegenkommenden Radverkehr erheblich gelockert.

„Alles in allem halte ich die Reform für sehr gelungen. Es ist wichtig, dass man die Berechtigung der geltenden Regel immer wieder überprüft und wenn nötig die richtigen Konsequenzen gezogen werden. Nur auf diese Weise kann man die Akzeptanz der Bevölkerung für die geltenden Regeln aufrecht erhalten“, resümiert der Leiter des Straßenverkehrsamtes.

Von Janine Jakubik