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Hintergrund „Dieses Gebiet ist schon etwas ganz Besonderes!“
Mehr Hintergrund „Dieses Gebiet ist schon etwas ganz Besonderes!“
20:45 25.07.2019
Foto: Viel zu tun gibt es auf der Hornbosteler Hutweide. Biobauer Knuth Peters befestigt die Litze für die Elektroabsperrung am Zaunpfahl.
Viel zu tun gibt es auf der Hornbosteler Hutweide. Biobauer Knuth Peters befestigt die Litze für die Elektroabsperrung am Zaunpfahl. Quelle: Lothar H. Bluhm
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Hornbostel

Die Art der Beweidung mit den robusten Heckrindern und den vom Aussterben bedrohten und besonders geschützten Przewalski-Pferden sei damals vom Umweltministerium so initiiert worden, sagt Danny Wolff, Leiter Regionaler Naturschutz der Betriebsstelle Lüneburg des NLWKN, gegenüber der Celleschen Zeitung. In welchem Ausmaß diese Form des Natur-Managements aber erhebliches Engagement und intensive Netzwerksarbeit des Pächters bedeuten würde, war nicht unbedingt zu erkennen, als die Hutweide in Hornbostel vom Land Niedersachsen verpachtet wurde: „Die ganzjährige Betreuung der Tiere und die Vermarktung und der Absatz der horntragenden Heckrinder waren nicht ganz einfach.“

In Ballungszentren sei der Markt nach diesem Spezialfleisch in Restaurants besser als in ländlichen Regionen. Das sei hier im Celler Land nicht anders als im gesamten Bundesgebiet.

In positive Richtung entwickelt

Zudem müsse bei unterschiedlichen Wetterlagen die Besatzdichte jeweils grundsätzlich angepasst werden, weil die Weidekapazität auf solchen Standorten stark davon abhängen kann. „Im Mittelpunkt standen zwei Stoß-Richtungen des Naturschutzes: Seltene Tier- und Pflanzenarten sollen einerseits erhalten und gefördert werden und andererseits sollen zum Beispiel der Binsenbestand reduziert und die hier nicht heimische spätblühende Traubenkirsche zurückgedrängt werden. – Und das ist toll gelungen!“ Grundsätzlich habe sich die Hutweide in eine sehr positive Richtung entwickelt. Wolff: „Dank der Beweidung hat sich das Gebiet im Laufe der Jahre zu einem Kleinod entwickelt: Über 400 Pflanzenarten, davon 23 Arten der Roten Liste der in Niedersachsen gefährdeten Pflanzenarten konnten festgestellt werden.“

Seltene Vogelarten brüten hier

Zwölf im Landkreis Celle mittlerweile selten gewordene Vogelarten wie Neuntöter, Schwarzkehlchen, Rohrammer, Gelbspötter, Wendehals und Sumpfrohrsänger würden hier brüten. „Unter dem Strich hat die bisherige Beweidungsform positive Effekte gehabt. Zwar hätte sich das Gebiet noch positiver entwickeln können, aber die Form der Tierhaltung und die Ganzjahresbeweidung haben ihren Anteil daran. Auch woanders macht diese Beweidungsform Probleme.“

Probleme, die auch der Wietzer Nabu-Mann und Beigeordnete im Gemeinderat, Claus Schrader, erkannt hat: „Da hätte man viel früher reagieren müssen und nicht über mehrere Jahre lang die Entwicklung laufen lassen dürfen.“

In den vergangenen Jahren wurden für Naturliebhaber und an Natur Interessierte immer wieder naturkundliche Wanderungen angeboten. Reizvoll war dabei natürlich auch, die Wildpferde und die horntragenden Rinder aus der Nähe zu beobachten. Wie weit dieser touristische Effekt erhalten bleiben kann, müsse von den Kommunen beurteilt werden, die ein Interesse an den Veranstaltungen haben. „Wanderungen entlang der Aller machen durchaus Sinn, denn die Hutweide hat sich ja in der Gesamtschau gut entwickelt – auch wenn in den letzten Jahren ein anderer Eindruck entstehen konnte“, meint Wolff. „Dieses Gebiet ist schon etwas ganz Besonderes!“

Von Lothar H. Blum

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