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Der Norden Weil lehnt Vorschlag eines «gewichteten Risikowerts» ab
Der Norden

Weil lehnt Vorschlag eines «gewichteten Risikowerts» ab

11:30 15.03.2021
Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild
Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover

«Der Ministerpräsident hat sich bereits wiederholt gänzlich anders geäußert», erklärte eine Sprecherin der Staatskanzlei am Montag in Hannover. «Die Infektionslage ist angespannt: Der R-Wert liegt zumeist über eins, die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen steigt bundesweit stark, auch in Niedersachsen.» Das Grundproblem ist und bleibe die Zahl der Infektionen, die durch den Inzidenzwert abgebildet wird.

Althusmann hatte vorgeschlagen, den Inzidenzwert zu einem gewichteten Risikowert weiterzuentwickeln. «Bei dem könnte etwa die Frage der Belegung und Kapazität der Krankenhäuser, der Alterserkrankungen und der regionalen Entwicklungen mit regionalen Hotspots einfließen», sagte Althusmann der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung». «Wenn es nach mir ginge, würde ich das Robert Koch-Institut beauftragen, einen solchen gewichteten Risikowert zu ermitteln, so dass wir mittelfristig eine Perspektive bekommen, wie wir mit der Epidemie umgehen und leben können.»

Wie die Staatskanzlei erklärte, sei Deutschland derzeit weit davon entfernt, die Infektionsentwicklung im Griff zu haben. Bei steigenden Infektionszahlen sei es falsch, dieses Problem kleinzureden. Die Krankenhausbelegung sei eine Folge vorangegangener Infektionen. Die bislang zu beobachtende Abnahme der Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen setze sich nicht mehr fort, im Gegenteil. «Auch in Niedersachsen wächst die Zahl der belegten Intensivbetten und der genutzten Beatmungsplätze. Das Durchschnittsalter der Patientinnen und Patienten sinkt, die Beatmungsdauer steigt», sagte die Sprecherin.

«Mit der aktuellen Diskussion über «Gewichtete Risikowerte» ist das Risiko verbunden, dass vom eigentlichen Problem abgelenkt wird. Wir sollten aus der Politik keine irreführenden Signale senden», so die Sprecherin. Althusmann hingegen hatte gesagt, es müsse nachvollziehbar bleiben, welche Freiheiten aus welchen Gründen eingeschränkt werden. «Es ist für die Niedersachsen kaum erklärbar, dass sie jetzt nach Mallorca fliegen, aber nicht im eigenen Land reisen können.»

© dpa-infocom, dpa:210315-99-828243/2