Der-Norden

Viele Menschen übernehmen in der Pandemie ein Ehrenamt

Wer anderen Menschen hilft, tut in der Regel auch sich selbst etwas Gutes. Möglichkeiten für ehrenamtlichen Einsatz gibt es viele - auch während der Pandemie.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 28. Dez. 2021 | 07:00 Uhr
  • 10. Juni 2022
Essen wird ausgeteilt. Foto: Moritz Frankenberg/dpa/dpa-tmn/Symbolbild
  • Von Cellesche Zeitung
  • 28. Dez. 2021 | 07:00 Uhr
  • 10. Juni 2022
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Bremen.

Hannover/Bremen (dpa/lni) - Die Zahl der freiwilligen Helferinnen und Helfer ist in der Corona-Pandemie in Niedersachsen vielerorts gestiegen. Viele Menschen hätten sich gemeldet, um Einkaufsdienste anzubieten oder auf andere Art und Weise zu helfen, sagte die Geschäftsleiterin der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen und Koordinierungsstellen für das Ehrenamt in Niedersachsen (LAGFA), Francesca Ferrari. «Die Lockdowns und die Stilllegung des sozialen Lebens haben darüber hinaus zusätzliche Zeitkapazitäten bei den Menschen ermöglicht.» Demnach stieg in den meisten Kommunen, in denen es Freiwilligenagenturen oder Koordinierungsstellen gibt, die Zahl der Ehrenamtlichen.

Die Gründe für einen ehrenamtlichen Einsatz sind Ferrari zufolge vielfältig. Neben dem Bedürfnis, anderen zu helfen, spielen auch die Bereicherung des Lebenslaufs, das Erwerben neuer Kompetenzen und das Kennenlernen neuer Menschen eine Rolle. In der Pandemie sei ehrenamtlicher Einsatz zudem ein Weg aus der Hilflosigkeit. «Die Menschen sind durch ihr Engagement nicht mehr die passiven Zuschauer eines Geschehens sondern können etwas bewirken», so die Geschäftsleiterin. Gerade in Krisenzeiten seien positive und sinnstiftende Erlebnisse wichtig. «Dass Helfen glücklich und zufrieden macht, hat die Glücksforschung längst wissenschaftlich nachgewiesen.» Wer anderen helfe, erhalte meistens eine direkte Rückmeldung. «Das kann ein Lächeln, eine Geste oder ein Wort sein.»

Die Geschäftsleiterin verwies darauf, dass die Corona-Pandemie zu Einsamkeit geführt habe. «Ältere Menschen haben zum Teil Angst aus dem Haus zu gehen und können nicht mehr einkaufen. Geflüchtete Menschen haben Sprachbarrieren und verstehen viele Entwicklungen nicht.» Ein Teil der Gesellschaft komme mit den neuen Herausforderungen klar, ein anderer Teil brauche Hilfe. «Diese wird in der Regel durch Freiwillige gewährt.»

Nach dem Freiwilligensurvey 2019 engagieren sich in Niedersachsen rund 39 Prozent der Menschen über 14 Jahren ehrenamtlich. Der Freiwilligensurvey des Deutschen Zentrums für Altersfragen ist eine repräsentative Befragung zum freiwilligen Engagement in Deutschland. Aktuellere Zahlen, die den Einsatz in der Corona-Pandemie zeigen, gibt es der LAGFA zufolge nicht. Auch für das Land Bremen liegen keine aktuellen Daten über die Zahl der Ehrenamtlichen vor, wie die Geschäftsführerin der Freiwilligen-Agentur Bremen, Lena Blum, mitteilte.

Ihr zufolge zeigt sich in Bremen ein gemischtes Bild. «In einigen Bereichen ist das Engagement konstant geblieben, in anderen zurückgegangen und für manche Tätigkeiten konnten auch neue Engagierte gewonnen werden.» So hätten sich viele Menschen gemeldet, um für Angehörige von Risikogruppen und Menschen in Quarantäne einzukaufen. Die Corona-Regeln haben demnach aber auch zu Einschnitten beim Einsatz von Freiwilligen geführt. «Patenschaften mussten pausieren, Grundschulen durften von Freiwilligen nicht mehr betreten werden», berichtete die Geschäftsführerin. «Viele Freiwillige haben während der erzwungenen Pause ihr Engagement erst einmal eingestellt.»

© dpa-infocom, dpa:211228-99-520817/3

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