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Der Norden Viel Betrieb in Tattoostudios: Angst vor erneutem Lockdown
Der Norden

Viel Betrieb in Tattoostudios: Angst vor erneutem Lockdown

06:40 19.03.2021
Dirk Sauer, Tätowierer, sitzt in seinem Laden. Foto: Philipp Schulze/dpa
Dirk Sauer, Tätowierer, sitzt in seinem Laden. Foto: Philipp Schulze/dpa Quelle: Philipp Schulze
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Lüneburg

«Die Regelungen sind sehr unübersichtlich .Wir fallen unter körpernahe Dienstleistungen und sind der Kosmetik gleichgestellt», sagte Stefan Köster vom Verband Deutsche Organisierte Tätowierer (DOT) der Deutschen Presse-Agentur. «Alle haben auf, bis auf Bayern», sagt der Frankfurter. Nach vier Monaten Zwangspause ging es in den meisten Ländern am 8. März wieder los. Bei vielen Kollegen sei die finanzielle Situation schwierig, sie hätten lange auf versprochene Hilfen gewartet.

Manche hätten andere Jobs annehmen müssen, um ihre Familien zu ernähren. Die ausgefallenen Sitzungen seien kaum nachzuholen: «Ich kann ja nicht rund um die Uhr tätowieren», sagt der Frankfurter. Zudem seien die Preise für Hygieneartikel wie Einmalhandschuhe in die Höhe geschossen. Die Corona-Auflagen stellten die geöffneten Tattoostudios nicht vor besondere Schwierigkeiten.

So darf bei Dirk Sauer von Batlands Tattoo in Lüneburg nur jeweils ein Kunde das kleine Studio betreten. Es herrsche ständige Maskenpflicht, die Hände desinfiziere er sich Dutzende Mal am Tag. Die Nachfrage der Stammkunden sei groß. «Ich habe Angst vor einem erneuten Lockdown», sagt der 49-Jährige. «Es wurmt mich, das ist mein Lebensunterhalt.» Warum seien Friseure besser angesehen als seine Branche? «Ich kann das nicht verstehen, dass sie früher aufmachen durften.» Derzeit heißt es an dem unscheinbaren Laden noch: «Wir dürfen wieder zustechen».

© dpa-infocom, dpa:210319-99-884277/2