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Der Norden Trotz hoher Inzidenz denkt Stadt Osnabrück an Lockerungen
Der Norden

Trotz hoher Inzidenz denkt Stadt Osnabrück an Lockerungen

15:10 17.03.2021
Ein Abstrichstäbchen wird in die Kamera gehalten. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
Ein Abstrichstäbchen wird in die Kamera gehalten. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild Quelle: Britta Pedersen
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Osnabrück

Osnabrück (dpa/lni) - Trotz eines hohen Corona-Inzidenzwertes denkt die Osnabrücker Stadtverwaltung über Lockerungen für den Einzelhandel und den Zoo nach. Osnabrück wolle sich in dieser Hinsicht mehr «Beinfreiheit» von der Landesregierung erbitten, sagte die Leiterin des städtischen Corona-Krisenstabes, Katharina Pötter, der «Neuen Osnabrücker Zeitung».

Einzelhandel und Zoo sollten mit einer lokalen Schnellteststrategie ihre Türen weiter öffnen dürfen, wenn Kunden und Besucher ein negatives Testergebnis vorweisen. Längere Öffnungszeiten könnten helfen, den Andrang in den Geschäften zu verringern. Für den Fall, dass die Landesregierung dem Wunsch der Stadt mit den 165 000 Einwohnern nicht nachkommt, schloss Pötter einen Alleingang der Kommune nicht aus. «Es gibt Städte, die machen einfach.»

Nach Angaben der Stadt wurde die Landesregierung bereits angeschrieben. In den kommenden Tagen solle es Gespräche geben. «Wir gehen davon aus, dass sich die Landesregierung gewissenhaft mit unseren Vorschlägen und den guten Argumenten auseinandersetzt und hoffen, dass sie uns die Möglichkeit gibt, sie umzusetzen», sagte ein Stadtsprecher. «Was wir machen, wenn uns die Umsetzungsmöglichkeit nicht gegeben wird, müssen wir dann entscheiden.»

Osnabrück war Ende vergangener Woche wieder über die Marke von 100 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen geraten. Am Mittwoch lag dieser Wert laut Landesgesundheitsamt bei 152,5. Seit Mittwoch gibt es das erst in der Vorwoche begonnene Terminshopping nicht mehr. Zoo, Galerien und Museen müssen wieder schließen.

Die Landesregierung habe die Pläne der Stadt Osnabrück und anderer Kommunen mit großem Interesse entgegengenommen, sagte eine Sprecherin der Staatskanzlei dazu. In der nächsten Woche solle nach den Bund-Länder-Gesprächen am Montag über eine Fortschreibung der Corona-Verordnung beraten werden. «Dabei werden auch die Vorschläge aus Osnabrück und anderen Städte konstruktiv geprüft», hieß es. Zu einem möglichen Alleingang der Stadt erklärte sie: «Die Landesregierung hat keinen Anlass für die Annahme, die Stadt Osnabrück erwäge einen Verstoß gegen geltendes Recht.»

Kritik an dem Vorstoß kam von den Grünen im Osnabrücker Stadtrat. Der aktuelle Inzidenzwert in der Stadt sei besorgniserregend, eine Forderung nach Lockerungen daher abwegig. «Bei allem Verständnis über den Unmut der Corona-Regeln in der Landesverordnung, müssen wir auch zur Kenntnis nehmen, dass die Pandemie-Lage in Osnabrück sich gerade dramatisch entwickelt», sagte der Grünen-Fraktionschef im Rathaus, Volker Bajus. Die Stadt müsse bei der Eindämmung des Infektionsgeschehens ihre Hausaufgaben erst einmal selber machen.

© dpa-infocom, dpa:210317-99-857713/4