Natur

Pflanzen aus dem Ammerland: Rhododendron blüht auf Friedhof

Wände aus Blüten können Besucher derzeit auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg bewundern. Mehrere Zehntausend Rhododendron-Sträucher zeigen sich in Lila, Weiß, Weinrot und Orange. Die Pflanzen kommen zum Teil aus Niedersachsen.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 27. May 2022 | 07:50 Uhr
  • 14. Jun 2022
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  • 27. May 2022 | 07:50 Uhr
  • 14. Jun 2022
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Hamburg.

Hamburg (dpa/lno) - Mehr als 30.000 Rhododendron-Sträucher blühen zurzeit auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg. Die Blütenpracht in den typischen Farben Weiß, Weinrot, Violett und Orange erreiche an diesem Wochenende ihren Höhepunkt, teilte die Friedhofsverwaltung mit. Auf dem angeblich größten Parkfriedhof der Welt stehen rund 36.000 Pflanzen, teilweise bildeten sie blühende «Wände» entlang der Wege und Straßen zwischen den Gräberfelder, sagte Friedhofsprecher Lutz Rehkopf.

Den Grundstock des Bestands legte bereits der erste Friedhofsdirektor Wilhelm Cordes (1840-1917). Nur wenige Jahre nach Gründung der Anlage im Jahr 1877 kaufte er rund 57.000 Gehölze, die die Baumschule James Booth & Söhne vor ihrer Auflösung günstig abgab. Darunter seien 1000 Rhododendren gewesen, erklärte Rehkopf. Firmengründer James Booth sei 1794 vom Hamburger Baron Casper Voght aus Schottland geholt worden. Der Baron habe ihn mit der Bepflanzung seiner Ländereien im heutigen Stadtteil Klein Flottbek betraut.

In der Folgezeit habe der Friedhof weitere Pflanzen hinzugekauft, aber auch einen eigenen Anzuchtgarten mit 15 Gewächshäusern für verschiedene Blumen und Sträucher betrieben. In den 2000er Jahren habe sich der Anbau nicht mehr gelohnt. Der Friedhof beziehe seine Pflanzen nun aus Holland oder dem Ammerland in Niedersachsen, sagte Rehkopf. Friedhofsgründer Cordes ruht in Ohlsdorf konsequenterweise unter Rhododendron-Büschen, sein Grab soll nur schwer zu finden sein.

© dpa-infocom, dpa:220527-99-448538/2

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