Der-Norden

Mehr Kontaktbeamte der Polizei in Niedersachsen unterwegs

Kontaktbeamte der Polizei sollen etwa auf Märkten oder an Schulen stets ein offenes Ohr für Bürger haben. Die Landesregierung hat dafür mehr Stellen geschaffen. Zu mehr Polizeipräsenz auf der Straße führt das laut einer Polizeigewerkschaft aber nicht automatisch.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 10. Feb. 2022 | 07:40 Uhr
  • 10. Juni 2022
Eine Kontaktbeamtin der Polizei spricht mit einer Radfahrerin. Foto: Philipp Schulze/dpa/Archivbild
  • Von Cellesche Zeitung
  • 10. Feb. 2022 | 07:40 Uhr
  • 10. Juni 2022
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Hannover.

Hannover (dpa/lni) - In Niedersachsen sind mehr Kontaktbeamtinnen und Kontaktbeamte der Polizei in Stadtteilen, Kiezen und auf dem Land unterwegs, um Bürgerinnen und Bürgern als Ansprechpartner zu dienen. Die Zahl dieser Polizisten sei in den vergangenen Jahren deutlich erhöht worden, teilte das Innenministerium in Hannover auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Demnach stieg die Zahl der Kontaktbeamten landesweit von 121 im Jahr 2019 auf 212 bis zum Oktober vergangenen Jahres. Bis Ende 2022 sollen noch rund 20 weitere Stellen hinzukommen und der Zuwachs dann abgeschlossen sein. Um den Kontaktbereichsdienst zu stärken, hatten die Polizeidirektionen den Angaben zufolge zuletzt mehr Personal erhalten als für den Ausgleich von Pensionierungen und Abgängen nötig gewesen wäre.

Die Kontaktbeamtinnen und Kontaktbeamten sind etwa auf Wochenmärkten, Volksfesten, in Wohnvierteln oder an Schulen unterwegs und sollen bei Problemen oder Konflikten Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger sein. Zudem leisten sie auch Präventionsarbeit, stellen Straftaten fest und ermitteln auch. Der Stellenzuwachs bei den Kontaktbeamten geht laut Innenministerium auf eine Neustrukturierung der niedersächsischen Polizei zurück, die Innenminister Boris Pistorius (SPD) im September 2019 angekündigt hatte.

Die sechs Polizeidirektionen Braunschweig, Göttingen, Hannover, Lüneburg, Oldenburg und Osnabrück sollen laut Innenministerium eine Mindestanzahl an Kontaktbeamten in ihren Zuständigkeitsbereichen einsetzen, die sich an der Einwohnerzahl orientiert. Die genaue Verteilung kann variieren - jedes Polizeikommissariat in Niedersachsen soll demnach aber mindestens einen Kontaktbeamten einsetzen. Auch wie die Ordnungshüter unterwegs sind, ob mit E-Bike, Polizeiauto oder als Fußstreife, ist von Ort zu Ort verschieden.

Innenminister Pistorius sagte, die eingesetzten Kontaktbeamten seien hochqualifiziert und gingen mit großer Motivation an die Arbeit. «Sie gehen aktiv auf die Bürgerinnen und Bürgern zu, sind ansprechbar für alle Fragen rund um die polizeiliche Arbeit und haben darüber hinaus stets ein offenes Ohr für das, was die Menschen vor Ort bewegt», sagte Pistorius. Insbesondere bei Gesprächen an Schulen und Jugendzentren bekämen Kinder und Jugendliche so über die Beamten ein Bild von der Arbeit der niedersächsischen Polizei. «Das ist für mich ein großer gesellschaftlicher Gewinn», sagte Pistorius.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßte den Stellenzuwachs. Landesvorsitzender Dietmar Schilff betonte aber auch, dass die Arbeit der Kontaktbeamten nicht in erster Linie darin bestehe, die Polizeipräsenz auf der Straße sichtbar zu erhöhen. Sie leisteten vielmehr Präventionsarbeit und seien Anlaufstelle bei Konflikten. «Gleichzeitig ist es für das Sicherheitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger aber ebenfalls wichtig, dass die Polizeipräsenz insgesamt auf den Straßen erhöht wird», sagte Schilff. «Hierzu brauchen wir mit Blick auf eine zunehmende Einsatzbelastung weiterhin mehr Personal, das auch in der Fläche öffentlich sichtbar ist.»

© dpa-infocom, dpa:220210-99-57809/2

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