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Der Norden Lastwagenfahrer schlafen auf A2: Eis behindert Schifffahrt
Der Norden

Lastwagenfahrer schlafen auf A2: Eis behindert Schifffahrt

17:10 10.02.2021
Eine Vielzahl von Lastwagen steht auf einem Standstreifen. Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild
Eine Vielzahl von Lastwagen steht auf einem Standstreifen. Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild Quelle: Friso Gentsch
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Hannover

Hannover (dpa/lni) - Verschneite und winterglatte Fahrbahnen stellen viele Lkw-Fahrer und Pendler in Niedersachsen weiter auf eine Geduldsprobe. Weil Lastwagen auf Autobahnen nicht weiterkommen, müssen die Fahrer bei zweistelligen Minusgraden mitunter auf den Autobahnen übernachten. «Es ist chaotisch», sagte ein Sprecher der Autobahnpolizei Braunschweig am Mittwoch. Zwar kam es durch die Glätte nicht mehr zu vielen Unfällen, die eisige Kälte setzt nun aber auch den Binnenschiffern und dem Fährverkehr zu den Ostfriesischen Inseln zu. In Südniedersachsen wurden zudem Tiefstwerte gemessen.

AUTOBAHNEN: Erneut war in der Nacht zum Mittwoch die Autobahn 2 betroffen. Zwischen dem Kreuz Wolfsburg und Peine war zeitweise der Hauptfahrstreifen in Richtung Dortmund gesperrt. Lastwagenfahrer parkten dort und schliefen. «Wir haben den größten Parkplatz der Republik», sagte ein Polizeisprecher. Weiter westlich standen zwischen Oelde (NRW) und der niedersächsischen Landesgrenze Lkw auf dem Standstreifen, weil Fahrer ihre Ruhezeiten einhalten mussten.

RASTSTÄTTEN: Auf dem Rastplatz Garbsen Nord bei Hannover blieb Fahrern auch wegen der Corona-Pandemie außer ihrer Kabine kein Zufluchtsort. «Das Beisammensitzen gibt es nicht mehr. Man kann nicht mehr sagen, man setzt sich mal eine Stunde in die Raststätte zum Kaffee oder Feierabendbier», sagte Fahrer Udo Haupt. Stattdessen harrten viele mit Standheizung und Proviant in ihren Fahrzeugen aus.

BAHNVERKEHR: Auch in den nächsten Tagen «müssen Reisende in vielen Teilen des Landes witterungsbedingt mit erheblichen Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr der Deutschen Bahn rechnen», teilte eine Bahnsprecherin mit. Im Regionalverkehr ist das Harz-Weser-Netz noch eingeschränkt. Rund um Hannover, Bremen und Osnabrück verkehren dagegen wieder Züge. In Hannover stellte der Betreiber Üstra den Stadtbahnverkehr am Mittwoch ein.

BINNENSCHIFFFAHRT: Vor der geplanten Sperrung des Mittellandkanals und des Elbe-Seitenkanals lotsen Eisbrecher letzte Binnenschiffer aus dem Sperrgebiet, wie das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt mitteilte. Diese würden nun zu ihren Zielen angefragt und dann möglichst aus den Kanälen begleitet. Von Mittwochabend an (18.00 Uhr) sollten die Kanäle gesperrt werden, da die Eisbrecher dann an der Weser benötigt werden.

FÄHRVERKEHR: An der Nordseeküste führte der Dauerfrost ebenfalls zu Eisbildung und schränkt so den Fährverkehr zu einigen Ostfriesischen Inseln ein. Die Fähren zwischen Wangerooge und Harlesiel fallen vorerst wegen geringen Wasserständen und Eis aus - die Insel ist aber weiter über den Linienverkehr der Inselflieger aus der Luft erreichbar. Geänderte Fahrzeiten gibt es wegen der Witterung bei den Verbindungen nach Spiekeroog, Langeoog und Baltrum.

SCHULAUSFÄLLE: Für Schüler an allgemein- und berufsbildenden Schulen in den Kreisen Peine und Goslar fällt bis Ende der Woche der Präsenzunterricht aus. Es könne keine sichere Schulbeförderung gewährleistet werden, teilten die Kommunen mit. Die Schulausfälle bedeuten aber nicht unterrichtsfrei. Homeschooling findet statt.

THERMOMETER:In Göttingen registrierte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in der Nacht zu Mittwoch mit minus 23,1 Grad die tiefste Temperatur in Niedersachsen. Laut dem Wetterdienstleister Meteogroup wurden in Northeim im Ortsteil Wetze sogar minus 27,1 Grad gemessen - und damit den Angaben zufolge ein Tiefstwert in ganz Deutschland.

WETTERAUSSICHTEN: Schneeschauer kommen nur noch vereinzelt vor, die frostige Kälte bleibt Niedersachsen aber erhalten. Allerdings soll sich zwischen den Wolken öfter die Sonne blicken lassen. Tagsüber verharren die Temperaturen im Dauerfrostbereich. In den kommenden Nächten werden weiter strenger Frost erwartet mit bis zu minus 20 Grad - auf den Inseln sinken die Temperaturen nicht ganz so tief.

© dpa-infocom, dpa:210210-99-376550/4