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Der Norden Land: Bei Impfkampagne aufholen und Terminvergabe verbessern
Der Norden

Land: Bei Impfkampagne aufholen und Terminvergabe verbessern

16:20 16.02.2021
Eine Spritze wird vor den Schriftzug «Impfung» gehalten. Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild
Eine Spritze wird vor den Schriftzug «Impfung» gehalten. Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild Quelle: Friso Gentsch
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Hannover

Hannover (dpa/lni) - Niedersachsen will die vielkritisierte Impfkampagne gegen das Corona-Virus beschleunigen und die Terminvergabe erheblich verbessern. Vom Biontech/Pfizer-Impfstoff sollten künftig nur noch 20 bis 25 Prozent der Lieferung für die spätere Zweitimpfungen zurückgestellt werden, erklärte der Leiter des Krisenstabs, Heiger Scholz, am Dienstag. Damit werde das Land mit den Erstimpfungen schneller vorankommen. Mit dem Einsatz der bislang zurückgestellten 96 000 Dosen könne Niedersachsen die Impfquote auf etwa 3,9 Prozent erhöhen und im Bundesländervergleich aufholen.

Bis Anfang April werde die Impfung der ersten Prioritätsgruppe abgeschlossen, sagte Scholz. Das sind die über 80-Jährigen sowie Personal in Kliniken und Heimen. Anschließend beginnen die Impfungen für die zweite Prioritätsgruppe, insgesamt rund zwei bis drei Millionen Menschen in Niedersachsen, wozu die 70 bis 79-Jährigen, Menschen mit Vorerkrankungen sowie bestimmte Berufsgruppen gehören. Um einen erneuten Ansturm auf die Terminvergabe mit langen Wartelisten zu vermeiden, sollen Betroffene in Etappen zum Vereinbaren eines Impftermins eingeladen werden. Mecklenburg-Vorpommern und Bremen etwa hätten mit so einem Vorgehen gute Erfahrungen gesammelt.

Für das Ausweiten der Impfkampagne sieht Niedersachsen die 50 Corona-Impfzentren im Land dabei gut gerüstet. «Wir haben angewiesen, die Kapazität hochzufahren», sagte Scholz. Menschen mit gravierenden Vorerkrankungen sollten in Schwerpunkt-Impfpraxen geimpft werden, die in Fachpraxen eingerichtet werden sollen, die die Betroffenen ohnehin regelmäßig aufsuchen. Für Berufsgruppen wie etwa die Polizei sollten in den Zentren Impfzeiträume geschaffen werden, in denen komplette Einrichtungen auf einen Schlag geimpft werden könnten.

Derzeit sei der Betrieb der Impfzentren bis Jahresmitte beauftragt, teilte das Innenministerium mit. Im Zuge der Einrichtung der Impfzentren sei bereits eine Verlängerungsoption bis zum Ende des Jahres berücksichtigt worden. Eine Entscheidung über einen verlängerten Betrieb der Impfzentren stehe derzeit noch nicht zur Diskussion. Dies werde vom Infektionsgeschehen sowie der Zulassung weiterer Impfstoffe, die geringere Anforderungen an Transport und Lagerung haben, abhängig gemacht werden, hieß es aus dem Ministerium.

Überrascht reagierte der Krisenstab auf das vermehrte Auftreten von Nebenwirkungen beim Einsatz des Astrazeneca-Impfstoffs. Teils habe es einen höheren Anteil von Krankmeldungen nach der Impfung gegeben, sagte Scholz. Niemand habe aber mit Komplikationen in eine Klinik gemusst. Letztlich seien die grundsätzlich erwartbaren Nebenwirkungen ein positives Zeichen - man sehe, dass der Impfstoff wirkt.

© dpa-infocom, dpa:210216-99-458029/3