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Der Norden Kirchen mit Digitalangeboten: Präsenzgottesdienste unklar
Der Norden

Kirchen mit Digitalangeboten: Präsenzgottesdienste unklar

15:30 23.03.2021
Ostereier hängen im Osterbaum. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
Ostereier hängen im Osterbaum. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert
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Göttingen

Hannover/Bremen (dpa/lni) - Das Osterfest wollen die evangelischen und katholischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen mit zahlreichen digitalen Veranstaltungen feiern. Gottesdienste werden gestreamt, Gläubige kommen per Videokonferenz zusammen und geben online Tipps für Ostern in Corona-Zeiten. Ob es Präsenzgottesdienste geben wird, ist nach dem jüngsten Bund-Länder-Treffen zur Corona-Lage unklar. Wegen der stark steigenden Infektionszahlen bitten Bund und Länder die Kirchen, an Ostern auf Präsenzgottesdienste zu verzichten. Bislang hatten die Gemeinden auch Gottesdienste in und vor den Kirchen sowie an Karfreitag auch auf Friedhöfen geplant.

Für Dienstagabend war ein Gespräch zwischen den evangelischen Kirchen in Niedersachsen und den katholischen Bistümern geplant. Ziel sei eine gemeinsame Position für die Gespräche mit dem Land, sagte der Sprecher der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Benjamin Simon-Hinkelmann. In welcher Form Ostern in den Gemeinden gefeiert werde, könnte demnach Anfang kommender Woche feststehen. In einer ersten Reaktion hatten sich die katholische und die evangelische Kirche überrascht von der Bitte der Politik gezeigt und auf gute Hygiene-Konzepte verwiesen.

Pläne für digitale Angebote gibt es derweil viele. «Es gibt Gemeinden, die über Zoom ein Abendmahl zuhause anbieten», sagte der Sprecher der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, Dirk-Michael Grötzsch. Über Videokonferenzplattformen wie Zoom sei es möglich, dass Gläubige zum Beispiel Gebetswünsche einschicken. Mit digitalen Angeboten könnten die Gemeinden auch kirchenferne und jüngere Menschen erreichen, so Grötzsch. Eine große Bandbreite von Menschen will die Kirche in Oldenburg auch mit dem selbst produzierten Osterfilm «Auf der Suche nach dem leeren Grab» erreichen, der auf einem Lokalsender und Youtube gezeigt wird.

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover setzt ebenfalls auf digitale Angebote. Unter dem Motto «Osterfunken» finden Interessierte im Internet Informationen rund um Ostern sowie Hinweise auf Veranstaltungen. Bei Gottesdiensten über Videokonferenzportale wie Zoom stehe die direkte digitale Begegnung im Vordergrund, sagte Sprecher Benjamin Simon-Hinkelmann.

Die Evangelische Jugend im Kirchenkreis Walsrode rief dazu auf, Pflanzen in speziell beklebten Dosen aufzustellen. «Wir wollen es grünen und blühen lassen», schreiben die Initiatoren. «Weil Ostern Hoffnung macht! An diesem wichtigsten aller christlichen Feste feiern wir, dass Jesus den Tod besiegt hat.»

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig bereitet zu Ostern Livestreams aus dem Braunschweiger Dom vor, die auf Youtube gezeigt werden, wie Sprecher Michael Strauß mitteilte. Das katholische Bistum Osnabrück überträgt die Feiertags-Gottesdienste mit Bischof Franz-Josef Bode ebenfalls im Internet. Über die Homepage gibt das Bistum Tipps, wie Menschen die Osterzeit trotz Corona feiern können. So gibt es eine Vorlage für eine Online-Osternachtwache.

Auch im katholischen Bistum Hildesheim werden Gottesdienste per Stream ins Internet gestellt. «Pfarrgemeinden gehen mit der Herausforderung kreativ um», sagte Sprecher Volker Bauerfeld. Um die Ostergeschichte sichtbar zu machen, soll in der Gemeinde Duderstadt im Kreis Göttingen der Stadtwall vom Ostersamstag an mit Basteleien geschmückt sein - ergänzt mit Stationen, die die Ostergeschichte kindgerecht erzählen. Für die Aktion «Auf dem Weg zur Auferstehung» haben Gemeinden in und um Göttingen Orte eingerichtet, die Elemente des Kreuzweges aufgreifen.

Hoffnung will die evangelisch-lutherische Hauptkirche St. Johannis in Lüneburg ausstrahlen, die in der Passionszeit besonders beleuchtet wird. Das blaue Hoffnungsleuchten soll bis Ostern andauern, Kraft in der Pandemiezeit geben und an die Opfer erinnern. Lichtkünstler Wolfgang Graemer ist für die Illuminierung der Fenster von innen verantwortlich, die von einer Friedensstiftung finanziert wird.

Die Bremische Evangelische Kirche plant digitale und telefonische Angebote. Im Bremer St. Petri Dom steht derweil in einer Seitenkapelle ein kleiner Osterwald mit blühenden Fliederbäumen. «Alle Bremerinnen und Bremer sind eingeladen, dort ein selbst gemachtes Osterei anzuhängen», hieß es. «Der Clou ist aber ein anderthalb Meter hohes, bunt bemaltes Riesen-Osterei, das der Bremer Künstler Thomas Hinte gebaut hat.» Es hat einen Schlitz, in den Besucherinnen und Besucher Hoffnungsbotschaften einwerfen können.

© dpa-infocom, dpa:210323-99-931239/4