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Der Norden IHK: Lange Planungszeiten sind Kostentreiber
Der Norden

IHK: Lange Planungszeiten sind Kostentreiber

17:00 13.01.2021
Blick auf das Deichvorland und die Elbe in dem Bereich, in dem ein Tunnel unter der Elbe durchlaufen soll. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild Quelle: Daniel Bockwoldt
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Westerstede

«Alle Jahre wieder holen Infrastrukturgegner das Argument gestiegener Baukosten aus der Schublade, um die Realisierung auch für die niedersächsische Wirtschaft wichtiger Infrastrukturprojekte wie jetzt die A20 weiter zu verzögern», sagte IHKN-Hauptgeschäftsführer Hendrik Schmitt laut einer Mitteilung des Verbandes am Mittwoch.

Dabei seien es vor allem lange Planungsverfahren, fehlende Planungskapazitäten bei den Behörden und weitreichende Einspruchsmöglichkeiten, die Infrastrukturprojekte um Jahre verzögerten und so auch die Baukosten in die Höhe steigen ließen, sagte Schmitt. Die IHKN fordert daher eine Planungsbeschleunigung bei großen Infrastrukturprojekten. Mit Blick auf die Küstenautobahn wies Schmitt darauf, dass die A20 einer bessere Anbindung der Häfen an das Hinterland diene und zudem für den Güterverkehr einen dringend erforderlichen Lückenschluss im europäischen Verkehrsnetz darstelle.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte am Dienstag eine Studie vorgestellt, wonach die Kosten für die A20 rund doppelt so teuer ausfallen könnten als zunächst geplant. Statt anvisierten 3,7 Milliarden Euro sollen die Kosten nach BUND-Berechnungen mindestens 7 Milliarden Euro betragen. Die Kosten des Neubauprojektes seien im Bundesverkehrswegeplan 2030 gravierend unterschätzt worden, hieß es. Die Entscheidung über die Aufnahme in den Bedarfsplan sei daher unter falschen Voraussetzungen erfolgt. Laut BUND schade der Bau zudem der Natur und dem Klima.

Die Küstenautobahn A20 soll die Niederlande, Norddeutschland und Polen verbinden und zählt mit 121 Kilometern auf niedersächsischer Seite zu den wichtigsten Infrastrukturprojekten des Landes. Über den Bau wird allerdings immer wieder gestritten. Klagen verzögerten den Beginn des ersten 13 Kilometer langen Abschnitts in Niedersachsen von der A28 bei Westerstede (Kreis Ammerland) bis zur A29 bei Jaderberg.