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Der Norden Erneute Debatte um verlängerte Weihnachtsferien
Der Norden

Erneute Debatte um verlängerte Weihnachtsferien

16:00 09.12.2021
Stefan Birkner, FDP-Landesvorsitzender in Niedersachsen. Foto: Peter Steffen/dpa/Archivbild
Stefan Birkner, FDP-Landesvorsitzender in Niedersachsen. Foto: Peter Steffen/dpa/Archivbild Quelle: Peter Steffen
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Hannover

Hannover (dpa/lni) - Wie schon vor einem Jahr könnten die Weihnachtsferien in Niedersachsen verlängert werden, um die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu senken. Während die Landesregierung dabei auf ein bundesweit einheitliches Vorgehen setzt, nutzte die Opposition die Debatte am Donnerstag für eine Abrechnung mit der bisherigen Schulpolitik in der Corona-Krise.

Ein Sprecher des Kultusministeriums hatte in mehreren Medien angekündigt, dass mit der Entscheidung, ob die Ferien verlängert werden, nach der Bund-Länder-Runde am Donnerstag zu rechnen sei. Laut der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» kommt aus der CDU der Wunsch, den Ferienbeginn eine Woche vorzuziehen und das Ferienende eine Woche nach hinten zu verlegen. Insgesamt würden die Weihnachtsferien somit gut vier Wochen dauern. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) wollte sich im Vorfeld der Entscheidung zunächst nicht dazu äußern.

Bei der FDP stieß die Debatte auf Unverständnis. «Das ist ein Lockdown für die Schulen. Das ist das, was wir doch eigentlich nicht mehr wollten», kritisierte Landtagsfraktionschef Stefan Birkner. Er forderte stattdessen tägliche Tests in den Schulen, um den Unterricht möglichst sicher zu gestalten. Darüber hinaus könne man darüber nachdenken, den Distanzunterricht ab dem 20. Dezember auf freiwilliger Basis zu ermöglichen. Die Betreuung und der Unterricht in der Schule müssten dabei aber weiter gewährleistet bleiben. «Mein Eindruck ist, die Schulen sind nicht einen Deut besser auf Distanzunterricht vorbereitet als vor einem Jahr», sagte Birkner.

Ähnlich äußerte sich Grünen-Fraktionschefin Julia Willie Hamburg. Obwohl es seitens der Regierung heiße, Schulen und Familien hätten Priorität, sei der digitale Unterricht nicht ausreichend vorbereitet worden und Infektionswellen würden in die Schulen hereingetragen. Daher wäre es eine Bankrotterklärung, wenn die Schulen geschlossen werden sollten.

Allerdings zeigte Hamburg auch Verständnis dafür, dass Eltern, Schüler und Lehrer sich unter diesen Umständen die Aussetzung der Präsenzpflicht eine Woche vor Weihnachten wünschten, um sich vor Ansteckungen zu schützen. Auch eine verlängerte Weihnachtspause, wie Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sie ins Spiel gebracht hatte, halte sie für richtig.

Die Bildungsgewerkschaft GEW drang auf eine schnelle Entscheidung in der Ferienfrage. Schulschließungen oder vorgezogene Ferien dürften dabei nur das letzte Mittel sein. Im konkreten Fall sei ein Ferienbeginn am 20. Dezember für den Arbeits- und Gesundheitsschutz jedoch vertretbar, teilten die kommissarischen GEW-Landesvorsitzenden Sabine Kiel und Holger Westphal mit. Denn derzeit drohe nicht nur Gefahr durch fehlende Booster-Impfungen, sondern auch durch eine krankmachende Belastung der Schulbeschäftigten.

2020 waren die Weihnachtsferien in Niedersachsen um zwei Tage vorgezogen worden, um zusätzliche Corona-Ansteckungen zu vermeiden.

© dpa-infocom, dpa:211209-99-316156/3