Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Der Norden Eishockey-Arzt: Zu wenig Wissen über mögliche Corona-Folgen
Der Norden

Eishockey-Arzt: Zu wenig Wissen über mögliche Corona-Folgen

06:00 09.02.2021
Anzeige
Bonn

«Was uns fehlt, ist eine einheitliche Dokumentation. Eine Datenbank, in der Fälle von positiv getesteten Leistungssportlern gesammelt werden», sagte Axel Gänsslen, der Mannschaftsarzt des Eishockey-Erstligisten Grizzlys Wolfsburg, der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe in den verschiedenen Sportarten zwar Stützpunkte, «an denen viele Daten zusammenkommen. Aber wir sind weit davon entfernt, generelle Aussagen machen zu können.»

Der Club aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist mit dem Thema besonders vertraut, weil bei seinem Abwehrspieler Janik Möser im November eine Herzmuskelentzündung als Folge einer Corona-Infektion festgestellt wurde. Gänsslen arbeitete daraufhin für alle Clubs der DEL einen Leitfaden aus, wie man positiv getestete Spieler später wieder in den Trainings- und Spielbetrieb integrieren soll und dabei möglichst keine Folgeerkrankung übersieht. «Das Feedback aus den Vereinen ist positiv, weil alle erst einmal froh sind, dass wir überhaupt etwas in der Hand haben», sagte der Mediziner.

Der Virologe Hendrik Streeck sieht das ähnlich. «Asymptomatische Infektionen spielen da nach meiner Einschätzung nicht so eine große Rolle. Aber ein Lungen-Covid darf man nicht unterschätzen», sagte der Direktor des Institutes für Virologie und HIV-Forschung der Universität Bonn in einem dpa-Interview.

© dpa-infocom, dpa:210209-99-358983/3