Der-Norden

Altes Pastorenhaus Martfeld öffnet im März als Museum

Viele Menschen staunten nicht schlecht, als ein 500 Jahre altes Fachwerkhaus auf Rundhölzern auf Reisen ging. Seit gut einem Jahr steht das architektonische Kleinod am neuen Platz, und es hat sich viel getan.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 10. Jan 2022 | 07:20 Uhr
  • 10. Jun 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 10. Jan 2022 | 07:20 Uhr
  • 10. Jun 2022
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Bremen.

Martfeld (dpa/lni) - Auf Baumstämmen ist das alte Pastorenhaus von Martfeld vergangenes Jahr an einen neuen Ort gerollt worden - nach längerer Renovierung soll es von März an als Museum dienen. Das sagte Anton Bartling, Vorsitzender des Heimatvereins in dem Dorf im Landkreis Diepholz. In dem Museum solle an die Reformation in der Region südlich von Bremen erinnert werden und an Otto Homfeld, den ersten lutherischen Pastor im Dorf. Homfeld hatte das Fachwerkhaus 1535 für seine Familie bauen lassen. «Wenn man die Häuser drumherum anschaut, weiß man, was das für ein stattliches Haus war», sagte Bartling.

Das auf plattdeutsch Pastors Hus genannte Gebäude überlebte knapp fünf Jahrhunderte, weil es mit einem größeren Haus umbaut worden war. 2020 wurde die Balkenkonstruktion des Pastorenhauses freigelegt und in althergebrachter Technik 140 Meter weiter an einen neuen Standort gerollt. Das drei Tage lange Schauspiel habe viele Schaulustige und Medien aus dem In- und Ausland angezogen, berichtete Bartling.

Seitdem ist das Haus renoviert worden: Es bekam ein neues Dach, die Giebel wurden geschlossen, das Fachwerk wurde verfüllt. «Wir haben versucht, regionale Baustoffe zu verwenden.» So stamme das Rapsstroh zum Füllen aus einem Nachbarort, der Kuhdung aus Martfeld selbst und der Lehm aus Rethem an der Aller. Durch Ausgrabungen am alten Standort sei es gelungen, die Lage der Feuerstelle im Haus zu rekonstruieren. Sie sei für das Museum nachgebaut worden.

Die Bauarbeiten und das Verrollen haben etwa 300.000 Euro gekostet, wie Bartling sagte. Die Ausstellung für das künftige Museum koste etwa 90.000 Euro. Das Geld komme zum großen Teil von Sponsoren, dazu aus Landes- und Bundesmitteln. Die Geschichte von Pastor Homfeld (ca. 1500-1538) und seinem Haus soll digital auf großen Monitoren erzählt werden. Aber es werde auch ein großes aufklappbares Modell geben, so Bartling. Es soll zeigen, wie das 57 Quadratmeter große Pastorenhaus in dem größeren Bauernhaus steckte.

© dpa-infocom, dpa:220110-99-651260/2

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