Winsen (Aller)

Wietzer Waldschmiede: Kulturstätte ohne Perspektive

Die historische Waldschmiede in Wietze hat schon bessere Zeiten erlebt. Das abgelegene Areal südlich von Wieckenberg war früher Anlaufpunkt für Radfahrer, Pfadfinder und Wanderer, die sich hier über die Gewinnung von Eisen informieren konnten.</p>

  • Von Simon Ziegler
  • 03. Feb. 2017 | 16:03 Uhr
  • 13. Juni 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 03. Feb. 2017 | 16:03 Uhr
  • 13. Juni 2022
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Winsen (Aller).

In der Waldschmiede wurde bis ins 16. Jahrhundert das dicht unter dem Rasen liegende Eisenerz verarbeitet. Die unbrauchbaren Schlacken wurden auf Hügel geworfen, die heute spärlich mit Gras überwuchert in der parkähnlichen Anlage der Waldschmiede als Bodenwellen zu erkennen sind. Die Wietzer Waldschmiede, heute abgeschieden im Wald, lag jahrhundertelang verkehrlich sehr günstig an der Poststraße von Celle nach Hannover. Auf Info-Tafeln erfahren die Besucher mehr über die Zeit der Waldschmieden.

Heute wird die historische Stätte offiziell nicht mehr beworben. Gemacht wird nur noch das Nötigste, räumt der Wietzer Henner Bunke ein. Sein Vater, der langjährige Wietzer Bürgermeister Erich Bunke, hatte die Waldschmiede vor vielen Jahren ins Leben gerufen und sich darum gekümmert. „Früher war das Gelände toll in Schuss. Mein Vater hatte großen Spaß daran“, sagt Henner Bunke.

Er kümmert sich heute mit seinen Geschwistern um das Areal. „Wir räumen auf, mähen Gras und machen Wartungsarbeiten“, sagt er. Nach wie vor könnten sich auf dem Gelände mit Schmiede, Wohn-Iglo und Wirtschaftsgebäude Besuchergruppen über die Eisengewinnung informieren. Eine Pfadfindergruppe aus Hannover komme nach wie vor jedes Jahr an Pfingsten, um dort zu übernachten.

Kein Zweifel aber, die ganz große Luft ist raus. Henner Bunke sagt, dass es viel Vandalismus gegeben habe. „Das dämpft den Enthusiasmus, dort viel Geld zu investieren.“