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Winsen Wie die Heidekönigin das Pandemie-Jahr verbringt
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Wie die Meißendorfer Heidekönigin das Pandemie-Jahr verbringt

18:00 27.04.2021
Heidekönigin Anna Schröter (Mitte) und ihre beiden Hofdamen Ronja Nelte und Sheenara Wiebke (von links) erleben coronabedingt eine ganz besondere AMtszeit.
Heidekönigin Anna Schröter (Mitte) und ihre beiden Hofdamen Ronja Nelte und Sheenara Wiebke (von links) erleben coronabedingt eine ganz besondere AMtszeit. Quelle: Stefanie Franke
Meißendorf

Das letzte Heideblütenfest in Meißendorf liegt für viele schon eine halbe Ewigkeit zurück. Im Jahr 2019 wurde Anna Schröter (22) zur Heidekönigin gekrönt. Mit den beiden Hofdamen Ronja Nelte (24) und Sheenara Wiebke (21) blickt sie auf eine Amtszeit der ungewöhnlichen Art zurück.

Meißendorf über Instagram präsentieren

Die Hauptaufgabe der drei jungen Frauen besteht in der Repräsentanz des Ortes Meißendorf, insbesondere auf anderen Festen in ganz Deutschland. Doch wie soll das schöne Heidedorf repräsentiert werden, wenn aufgrund der Corona-Pandemie Veranstaltungen jeglicher Art ausfallen müssen? „Wir sind auf das Instagramformat umgestiegen“, berichtet Heidekönigin Anna Schröter, die pandemiebedingt bereits im zweiten Jahr ihrer Amtszeit ist. Da keine Live-Auftritte stattfinden können, findet das meiste wie so vieles zu diesen Zeiten auf die Distanz statt: Vom normalen Schriftverkehr mit anderen Königshäusern über Onlinechallenges in sozialen Medien bis hin zu Zoom-Meetings ist alles mit dabei.

Zu Beginn der Amtszeit in Hamburg

„Wir sind dabei, mehr Initiative zu ergreifen und die Zeit bestmöglich zu nutzen, um uns regional umzusehen. Dabei sind wir in Kontakt mit ImkerInnen und SchäferInnen in der Region,“ so Schröter. Die Amtszeit des aktuellen Hofstaates begann noch ganz normal. Hofdame Sheenara Wiebke erinnert sich: „Wir waren unter anderem unterwegs in Hamburg und beim Herbstmarkt in Meißendorf. Im Winter finden ohnehin keine Feste statt und im Frühjahr kam dann schon die Pandemie.“

Kein Spargel- oder Weinfest für Heidekönigin und Hofstaat

Ronja Nelte ist nach 2016 bereits zum zweiten Mal Hofdame und kann daher Vergleiche zum normalen Verlauf einer Amtszeit ziehen: „Unsere Aufgabe besteht darin, Meißendorf auf den Festen zu repräsentieren. Für Anna und Sheenara tut es mir tierisch leid, dass sie nichts von alledem so wirklich erleben konnten. Normalerweise werden wir zum Spargelfest, zum Heidelbeerfest, zum Weinfest und ganz vielen anderen Veranstaltungen eingeladen. Auf den Festen selbst gibt es verschiedene Aktivitäten und Rituale und man lernt die anderen Königshäuser, viele neue Orte, Traditionen und vor allem Menschen kennen.“

Hauptengagement verlagert sich auf Social Media

Aktuell kann all dieses Kennenlernen fast ausschließlich online stattfinden, weswegen das Hauptengagement sich nun in die sozialen Netzwerke verlagert. „Wir versuchen, uns so gut wie möglich präsent zu machen und die Kontakte zu den anderen Königshäusern zu pflegen“, erzählt Anna Schröter. Ihr fehlt jedoch der persönliche Austausch von Mensch zu Mensch, zumal über die sozialen Netzwerke nicht alle Altersgruppen erreichbar sind: „Mir geht es nicht nur um die Repräsentanz des Ortes, sondern vor allem um den Kontakt mit den Menschen.“ Dem stimmt auch Sheenara Wiebke zu. Sie betont, dass auch das Zusammentreffen aller Altersgruppen eine der Besonderheiten des Heideblütenfestes sei. Ihr persönlich geht es vor allem um ihren Heimatort: „Mir war die Repräsentanz als Meißendorferin total wichtig. Ich komme aus Meißendorf, bin hier geboren und deswegen habe ich mich aufstellen lassen. Ich hatte mich sehr darauf gefreut, den Ort zu repräsentieren. Jetzt ist man schon zwei Jahre dabei und hat weniger erlebt als alle anderen zuvor.“

Jahreshöhepunkt fällt wegen Corona aus

Für Ronja Nelte und ihre Familie hat das Heideblütenfest ebenfalls einen großen Stellenwert. „Viele Leute, die man sonst auf den Festen gesehen hat, konnte man jetzt nicht treffen. Es ist einfach ein Jahreshöhepunkt, der sehr vermisst wird. Viele Freunde kommen extra dafür wieder nach Hause und dort hat man die Möglichkeit, sich wiederzutreffen.“

Fakt ist, dass wohl auch in diesem Jahr das Heideblütenfest, wie man es kennt und liebt, nicht stattfinden kann. Wie es genau weitergeht, steht noch in den Sternen. Bis dahin machen Schröter, Wiebke und Nelte ganz im Sinne von Social Distancing das Beste aus ihrer Amtszeit und nehmen Interessierte auf dem Instagram-Profil heidekoenigin_meissendorf mit in ihren Alltag als Meißendorfer Hofstaat. 

Svenja Gajek 21.04.2021
Simon Ziegler 17.04.2021