Winsen (Aller)

Vereinsgründer Jochen Köhler hört auf

- Jochen Köhler, einer der Gründer des Winser Heimatvereins (WHV), wird morgen verabschiedet. Er war seit dem Jahr 1979 ununterbrochen stellvertretender Vorsitzender. Künftig will der Mann, der maßgeblich an der Entwicklung des Museumshofes beteiligt war, mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. -

  • Von Simon Ziegler
  • 15. Juli 2009 | 18:15 Uhr
  • 13. Juni 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 15. Juli 2009 | 18:15 Uhr
  • 13. Juni 2022
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Winsen (Aller).

Es sind so viele Anekdoten, die nur so aus ihm heraussprudeln. Zum Beispiel als die Winser Hobbyhistoriker 1998 das erste Mal „wie die Vorfahren“ mit einem selbst gebauten Floß 80 Flußkilometer nach Otersen fuhren, um dort Holz zu verkaufen. „Da kam die Pastorin aufs Floß und hat eine kurze Andacht gehalten“, erinnert sich Jochen Köhler, der den Arbeitskreis Flößer im WHV selbst ins Leben gerufen hatte.

Nach 30 Jahren ist jetzt Schluss. Köhler bleibt zwar Mitglied im Verein, aber im Vorstand an vorderster Front will er nicht mehr stehen. So hat er es vor zwei Jahren angekündigt. Für morgen Abend hat der 68-Jährige 50 Mitglieder in Dat Groode Hus eingeladen, weil er an einer Versammlung im Frühjahr nach einer schweren Operation nicht teilnehmen konnte.

Heute geht es ihm gesundheitlich wieder gut. Der ehemalige Telekom-Mitarbeiter ist stolz auf drei Jahrzehnte ehrenamtliche Arbeit, daraus macht er keinen Hehl: Den Aufbau des Winser Museumshofes mit zwölf Gebäuden, die Verankerung des Vereins im gesellschaftlichen Leben der Gemeinde, die Nachwuchs-Arbeit.

„Eine Idee haben und sie in die Tat umsetzen“ sei immer ein Leitmotiv seiner Arbeit gewesen. Genau so sei es auch in den Anfangstagen gewesen, als zehn Winser Männer, die seit 45 Jahren zusammen wandern gehen, den Verein gründeten. „Wir waren alle Autodidakten, hatten von Museen keine Ahnung. Wir haben es aber geschafft, die Bevölkerung zu motivieren.“