Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Winsen Niederbayer punktet am Niedersachsentag
Celler Land Winsen Niederbayer punktet am Niedersachsentag
15:47 21.06.2010
Winsen (Aller)

Für den Kabarettisten aus München war es von da an ein Ding der Unmöglichkeit, dem Programmablauf zu folgen. War der „Tag der Niedersachsen“ in der Celler Innenstadt von einer kaum befriedigenden Mittelmäßigkeit, so steppte in Winsen der Bär. Voll bis unters Dach lud sich der kleine Raum neben der Kirche St. Johannes-der-Täufer mit stimmungsvoller Energie auf, dass es keine Lachpausen gab. Die Winser müssen ein gewitztes Völkchen zu sein, so kam es wohl dem Kabarettisten aus Niederbayern vor. Der kam ob der zutiefst komischen Zwischenrufe, der familiären Vertrautheit und des leckeren roten Tropfens, den er sich Schluck für Schluck gönnte in Erzähllaune, die ansteckend war. Ringlstetter, geboren in München, wuchs in Niederbayern auf, hat in Regensburg Germanistik und Geschichte studiert und gehört zur jungen Münchner Kabarettszene um Bruno Jonas und Michael Mittermeier. Regelmäßig tritt er im Quatsch Comedy Club auf. .

Mit seinem Lieder-Geschichten-Alltagskabarett hielt er die Lachmuskeln auf Trab. In einem lockeren Interview plauderte er mit den Gästen Joachim und Jörg über Gott und die Welt. Er kennt sich aus, war überzeugter Ministrant. In dem Zusammenhang erklärte er den Unterschied zwischen Watschen, Schellen und Fotzen. Seine beiden Interviewpartner mussten anschließend für eine fixe Boygroup-Gründung herhalten. Überhaupt sang Ringlstetter zwischen den bunten Anekdoten und Stehgreifwitzen eigensinnige Lieder und begleitete sich an Gitarre und Klavier. Dazwischen kochte er immer wieder hoch, der bayrische Regionalrassismus, von Ringlstetter mit Charme und Entertainer-Qualitäten präsentiert. Der Musiker, Komponist, Schauspieler, Autor Moderator und Kabarettist ulkte mit dem Publikum und machte sich seine eigenen Reime auf Esoterik, Alkohol, Sex und Lilly vom Verkehrsüberwachungsbetrieb. Ein Programm zwischen Franken, der Oberpfalz, Wien und dem Mond. Herrlich komisch, befreiend unverbissen und selbstironisch. Und Lieder, bisweilen romantisch schön.

Von Aneka Schult