Winsen (Aller)

Multi-Kulti-Frauen-Treff bekommt eigene Räume

Hoch zufrieden ist Karina Ibrahimova mit der Unterstützung durch die Gemeinde Winsen: Der Multi-Kulti-Frauentreff brauchte dringend einen Raum, in dem die Frauen nicht nur zusammen kommen können, sondern in dem auch Dekorationen, Literatur und andere Requisiten lagern können.

  • Von Bernd Kohlmeier
  • 16. Juli 2009 | 13:38 Uhr
  • 13. Juni 2022
  • Von Bernd Kohlmeier
  • 16. Juli 2009 | 13:38 Uhr
  • 13. Juni 2022
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Winsen (Aller).

Hoch zufrieden ist Karina Ibrahimova mit der Unterstützung durch die Gemeinde Winsen: Der Multi-Kulti-Frauentreff brauchte dringend einen Raum, in dem die Frauen nicht nur zusammen kommen können, sondern in dem auch Dekorationen, Literatur und andere Requisiten lagern können. „Manches müssen wir einfach jederzeit greifbar haben“, gibt die Sprecherin zu bedenken. Bürgermeister Wilfried Hemme vor einigen Tagen den Schlüssel für entsprechende Räume im Gebäude „Amtshof 7“ übergeben, die jetzt renoviert werden müssen.

Die Gruppe von rund 20 Frauen aus Winsen ist schon über zwei Jahre aktiv. Im Dezember 2007 war das erste Treffen ausländischer und deutscher Frauen. „Noch treffen wir uns alle zwei Wochen in einem kleinen Raum über der Pusteblume in der Poststraße“, sagt Ibrahimova. Das Problem, dass der Raum zu klein ist, wenn alle Frauen da sind, ist bald gelöst. „Toll ist, dass Andrea Tanke uns den Raum gegeben hat.“

Aus China, dem Iran, aus Ex-Jugoslawien, Sri Lanka, Kasachstan, Russland, aus der Türkei und aus Tschetschenien kommen die Frauen, die jetzt in Winsen wohnen. Der Kulturaustausch steht ganz oben an. Dazu dienen Grillabende, Reiseberichte, Teilnahme am Brückenfest und am verkaufsoffenen Sonntag. „Höhepunkt war unser Talentwettbewerb“, fasst Ibrahimova die Aktivitäten zusammen. „Und es geht weiter.“ Unvergesslich sei das internationale Büfett, das am Rande des Wettbewerbs aufgebaut wurde: „Da haben alle mitgemacht.“

Sie selbst sei vor sechs Jahren aus Baku nach Winsen gekommen, sagt Ibrahimova. Die schwere Krankheit ihres ältesten Sohnes gab den Ausschlag dazu, die Ärzte in Deutschland um Hilfe zu bitten. „Unsere Fachleute zu Hause und im Iran haben alle empfohlen, meinen Sohn Mohammed in Deutschland behandeln zu lassen.“

Über Berlin und Braunschweig kam die vierköpfige Familie nach Winsen. „Winsen? – Wo ist Winsen?, Was ist in Winsen?“, stellte die Familie an die Ausländerbehörde viele Fragen. Dass Winsen ein Luftkurort sei, der ihrem Kind gut tut und dass man hier das Wasser unbedenklich aus der Leitung trinken könne, erfahren sie. Und dass es nicht weit nach Hannover ist. Denn in der dortigen Medizinischen Hochschule arbeiten viele Ärzte mit Kindern zusammen. Und darum ging es den Eltern. Mohammed sollte möglichst rasch wieder gesund werden. Inzwischen geht es dem Elfjährigen gut.

Vater Sejmor und Mutter Karina sind eifrig dabei, Deutsch zu lernen. „Wir besuchen die Integrationskurse der Volkshochschule mit dem Ziel der B 1-Prüfung.“ Dieser Abschluss ist für das Bleiberecht sehr wichtig.

Im Moment plant Karina Ibrahimova, eine Ausbildung im Bereich Integration zu absolvieren, denn sie möchte arbeiten. Immerhin ist die 31-jährige Frau gelernte Bankkauffrau. „Aber in dem Beruf gibt’s hier nix“, klingt es fast ein wenig resigniert. „Dabei ist rechtzeitige Integration ganz wichtig für unsere Kinder, die zwischen zwei Kulturkreisen aufwachsen.“ Und das gelte für alle.