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Winsen Lindhorst informiert über Mega-Biogasanlage
Celler Land Winsen Lindhorst informiert über Mega-Biogasanlage
15:17 13.06.2010
Von Simon Ziegler
Winsen (Aller)

„Sie wollen eine Biogasanlage bauen, die alle Dimensionen sprengt“, sagte Albrecht Hoppenstedt in Richtung Jürgen Lindhorst. Der FDP-Politiker aus Walle und stellvertretende Bürgermeister hält überhaupt nichts von dessen Plänen, zusammen mit einer Investorengruppe eine Zwei-Megawatt-Anlage im Waller Nordwesten zu bauen. Denn, so seine Argumentation, das Dorf sei schon durch andere Biogasanlagen und den Truppenübungsplatz stark belastet. Zudem fürchtet der FDP-Mann noch mehr Maisanbau und ein Kaputtfahren der heimischen Straßen durch zusätzliche Lkws.

Doch während der Informationsveranstaltung im Grooden Hus, zu dem der Waller Ortsrat und der Winser Gemeinderat eingeladen waren, stand Hoppenstedt mit seiner Kritik beinahe allein. Vertreter von CDU und SPD äußerten dagegen Zustimmung. Im Vorfeld hatte sich auch der Waller Ortsbürgermeister Reiner Wilke gegen die Ansiedlung ausgesprochen.

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In dem „Ökologischen Gewerbegebiet“, das in der Sandkuhle Walle geplant ist, sollen sich drei Partner niederlassen. Die Lindhorst Holding des Seniorchefs baut die Biogas-Anlage, die Gas für das Britencamp in Bergen-Hohne produziert. Mit der Restwärme sollen zwei weitere Firmen in direkter Nachbarschaft beliefert werden. So will die Firma „Sand und Kies“ eine Produktionsstätte errichten, in der „belastete“ Grünabfälle, die am Rand von Landes- und Bundesstraßen sowie Autobahnen entstehen, in Walle wiederaufbereitet werden. Zum anderen soll die Lindhorst Garten- und Landschaftsbau GmbH, die von Jürgen Lindhorst junior geleitet wird, mit Energie versorgt werden. Das Unternehmen plant, Resthölzer zu Brennstoffpellets zu verarbeiten.

Schließlich kommt mit dem Celler Energieversorger SVO ein vierter Partner ins Spiel. Die SVO wird nach den Worten von Geschäftsführer Karl Hans Hradil unterirdische Gasleitungen bauen und das Gas in einem Blockheizkraftwerk in der Nähe des Camps verstromen. Hradil sprach von einem „Super-Projekt“, weil 100 Prozent der anfallenden Wärme genutzt werden könnten. „Das ist Energie aus der Region für die Region“, so Hradil.

Lindhorst will mit der Biogasanlage 2011 in Betrieb gehen. Für das Großprojekt soll ein so genannter „vorhabenbezogener Bebauungsplan“ aufgestellt werden. Damit ist ausgeschlossen, dass sich weiteres Gewerbe ansiedelt. Trotz der enormen Investitionen – allein der Bau der Biogasanlage soll 3,5 Millionen Euro kosten – werden insgesamt nur fünf bis sechs neue Arbeitsplätze entstehen, so die Investorengruppe. Lindhorst kündigte an, in Winsen Gewerbesteuern zu zahlen.

Für das „Ökologische Gewerbegebiet“, das über 500 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt geplant ist, wurde noch kein Bauantrag gestellt. Zustimmen müssen die Gemeinde und der Landkreis Celle. Die Größe des Vorhabens und die effiziente Energienutzung machen das Projekt nach Aussage der Investoren in Deutschland einmalig.