Winsen (Aller)

Kreismeisterin Riina Bode macht mit ihrer Familie beim Frankfurter Turnfest mit

Sie meint, das Turnen habe sie wahrscheinlich geerbt. Ihr Opa Henry ist jetzt 81 und turnt auch heute noch, ihr Vater Heinrich turnt schon seit 40 Jahren und auch ihr Bruder Ralmo turnt. Der ist 15. „Wir sind eine Turnerfamilie“, bestätigt dann auch Vater Heinrich Bode (45).

  • Von Bernd Kohlmeier
  • 16. Juli 2009 | 14:23 Uhr
  • 13. Juni 2022
  • Von Bernd Kohlmeier
  • 16. Juli 2009 | 14:23 Uhr
  • 13. Juni 2022
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Winsen (Aller).

„Lehrerin wäre schon ganz gut“, nennt die zehnjährige Riina Bode spontan ihren Berufswunsch. Dazu würde sie sich demnächst mal das Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasium(KAV) in Celle anschauen, um ihre Schullaufbahn dort fortzusetzen, gibt sich das Mädchen mit den langen dunkelbraunen Haaren ganz selbstbewusst. Momentan geht sie in die Klasse 4d der Grundschule Am Amtshof in Winsen und ist dort ganz zufrieden. Mathe und Sport sind ihre Lieblingsfächer.

Dabei stand sie kürzlich schon ganz oben auf dem Treppchen. Die Turnerin des MTV „Fichte“ Winsen wurde am 1. März Erste bei den Kreismeisterschaften: Tisch, Reck, Boden und Schwebebalken sind ihre Geräte. „Über den 110 Zentimeter hohen Tisch mache ich eine Hocke und am Boden die Übung P 6“, eine Kombination, zur der unter anderem Handstand, Radwende und Rolle rückwärts in den Handstand gehören. Am Reck zeigt sie Aufschwung, Felge vorlings und Bauchwelle. Nur der Schwebebalken... „Das ist mein Hassgerät“, tritt die zierliche Turnerin in die Reihe vieler Mädchen, die Respekt vor dem fünf Meter langen, bis zu 1,20 Meter hohen, aber nur zehn Zentimeter breiten Holzgerät haben. Und schon sitzt sie auf dem Gartenzaun vor der Haustür mitten in Winsen und balanciert. Sie meint, das Turnen habe sie wahrscheinlich geerbt. Ihr Opa Henry ist jetzt 81 und turnt auch heute noch, ihr Vater Heinrich turnt schon seit 40 Jahren und auch ihr Bruder Ralmo turnt. Der ist 15. „Wir sind eine Turnerfamilie“, bestätigt dann auch Vater Heinrich Bode (45). Allerdings gehe es bei ihnen anders zu als in seinem Elternhaus: Als Vater Henry damals sagte, er gehe zum Turnen, war klar, dass Heinrich mitkommt. Ob er wollte oder nicht. „Da gehen wir schon sehr viel lockerer ran“, bestätigt Mama Tessa Bode. „Wir wollen doch unser Kind nicht zwingen zu Sachen, die es gar nicht will.“

Da liest Riina dann auch schon mal stundenlang. Krabat, ein Jugendbuch von Otfried Preußler, erzählt die Geschichte eines Jungen, der Zauberlehrling ist. Oder auch die Geschichte von Oberschnüffler Oswald. Hier schildert Christian Bieniek Erlebnisse aus der Perspektive eines Hundes. – Vielleicht spielen auch solche Geschichten eine Rolle, wenn Riina dem zweijährigen Retriever-Mix Becky beibringt, sich bei dem Wort „shopping“ hinzulegen – als Zeichen, dass er keine Lust zum Einkaufen hat.

Ansonsten malt Riina gern: Mit unterschiedlichen Materialien, von Buntstiften über Kreide zum Acryl. „Da geh ich gern hin“, lobt sie die Malschule in Oldau. Und mit Klavierspielen habe sie jetzt begonnen, erzählt Riina. Den Flohwalzer könne sie ohne Noten, meint sie schelmisch und dreht mit ihren blauen Augen. Im nächsten Monat freuen sich alle Bodes: Dann fahren die drei Generationen zum Deutschen Turnfest nach Frankfurt. Riina bereitet sich schon jetzt darauf vor: „Da lauf ich ein paar Mal ums Haus – dann bin ich fit!“